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Sonntag, 22. Mai 2016

So sieht Glück im Mai aus: Erdbeergugls mit Amaretto



Erdbeerglück an einem Samstagnachmittag im Mai. Für mich beginnen in diesen Tagen immer die vielleicht schönsten Wochen des Jahres - abgesehen von meiner geliebten Weihnachtszeit. Die Temperaturen sind noch angenehm, und der blühende Jasmin umhüllt das ganze Haus mit seinem intensiven Duft. Auch die ganze Innenstadt riecht nach den wunderbaren weißen Blüten, die sich überall an den Häuserwänden emporranken.
Jetzt sind wir auch mitten in der Erdbeerzeit angekommen, obwohl auf dem Markt auch schon die ersten Kirschen und Plattpfirsiche locken. Für mich heißt das in den kommenden Wochen: Ich werde den Sommer für graue Tage im Herbst in Marmeladengläsern einfangen.
Für den Nachmittagskaffee am Samstag gab es aber erstmal kleine, schnell zubereitete Gugls. Wenn spontan Lust auf Süßes besteht, sind Muffins oder Minigugls immer eine ideale Lösung, denn in weniger als einer Stunde sind sie zubereitet und gebacken. Und noch leicht warm schmecken sie am besten.



Zutaten
(für 7 Minigugls)

60 g Butter 
(eventuell noch Butter für die Förmchen, entfällt bei Silikon)
60 g Puderzucker
1 Vanillestange
2 Eier
4 El Amaretto-Likör
30 g Sahne
70 g Mehl, gesiebt
80 g Erdbeeren


Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Die Butter zerlassen und abkühlen lassen.
Die Sahne steifschlagen und bis zur weiteren Verwendung kaltstellen.
Puderzucker in eine Rührschüssel sieben, die Vanillestange aufschlitzen, auskratzen und das Mark zum Puderzucker geben. Zerlassene Butter, 2 El Amaretto-Likör sowie die Eier unterrühren.
Die Sahne und das gesiebte Mehl mit einem Rührlöffel unterheben.
Die Erdbeeren in kleine Würfelchen schneiden und mit dem restlichen Amaretto-Likör vermengen. Etwas Mehl darüberstäuben und anschließend mit dem Rührlöffel unter den Teig heben.
Den Teig in den Förmchen verteilen und diese für ca. 25 Minuten in den Ofen schieben.
Aus dem Ofen nehmen, etwas abkühlen lassen und aus den Förmchen nehmen.




Rezeptquelle: Chalwa Heigl, Feine Gugl, Südwest-Verlag, München 2013
(Ich habe größere Guglförmchen verwendet und die im Buch angegebenen Mengen verdoppelt.)



♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Freitag, 1. August 2014

Purer Sommer im Glas: Pfirsich-Amaretto-Marmelade mit Vanille



Den Hochsommermonat August möchte ich im Blog mit einer sehr feinen Marmelade einleiten, die ich gestern gekocht habe. So sehr mir das Einkochen von Marmelade auch richtig Spaß macht, so brauche ich am Morgen neben einem starken Kaffee doch eher etwas Salziges, um die Schläfrigkeit zu vertreiben. Ganz anders dagegen mein Mann: Ohne Marmelade oder etwas Süßes gibt es für ihn keinen zufriedenstellenden Start in den Tag (von jener allseits bekannten Nuss-Nougat-Crème reden wir erst gar nicht)!
Die Marmeladen-Einkoch-Saison startete ich auch in diesem Jahr bereits im Frühsommer mit den Erdbeeren. Dieses Jahr war ich sogar noch etwas früher dran, da das Obst durch den milden Winter sehr viel zeitiger reif wurde und geerntet werden konnte.
Anders sieht es derzeit leider mit dem Aprikosen aus. Seit Wochen scharwenzele ich um die auf dem Markt dargebotenen Früchte herum, aber sie wollen mir so gar nicht gefallen. Nicht dass sie einen Schönheitswettbewerb gewinnen müssten, aber sie schauen zum Teil schon so angeschlagen aus, dass ich um die Haltbarkeit meiner Marmelade fürchten müsste. So spielen sich seit Tagen beim Frühstück immer dieselben Szenen ab: Ich vertröste meinen Mann, dass es ganz sicher demnächst wieder schöne Aprikosen auf dem Markt zu kaufen gibt, aus denen ich dann seine geliebte Aprikosenmarmelade kochen kann (seine Nummer Eins bleibt allerdings unangefochten die Erdbeermarmelade!), und dann schaut er darauf etwas traurig, denn den Anbruch eines noch jungfräulichen Marmeladenglases in der kalten Jahreszeit kann er regelrecht zelebrieren!
Gestern aber hatte ich die Nase voll. Sollen die doofen Aprikosen sich doch zickig stellen, dann greife ich eben zur Konkurrenz! Und was für eine Konkurrenz: herrlich duftende, saftig-samtige Weinbergpfirsiche*! Im Italienischen haben sie übrigens eine witzige Bezeichnung: Pesche tabacchiere. Ihre plattgedrückte Form soll an eine kleine Tabakschatulle erinnern.




Ich habe dann gleich zwei Kilogramm von diesen edlen Pfirsichen auf dem Markt gekauft und bin freudestrahlend nach Hause geeilt. Die trüben Wintertage, an denen schon ein Glas Marmelade aus den Früchten des Sommers am Morgen etwas Sonne verbreiten kann, sind gerettet! Neben einer Vanillestange, die ich fast jeder Marmelade beigebe, bekommt meine Pfirsichmarmelade noch einen kleine Schwips verpasst: Amaretto-Likör sorgt hier für die besondere Note. Beim nächsten Mal darf es sogar noch ein bisschen mehr davon sein...





Zutaten
(für 3 Schraubgläser à 250 ml + 1 Glas à 175 ml Inhalt)

1 kg Weinbergpfirsiche*, entkernt und in kleine Würfel geschnitten abgewogen,
dabei möglichst viel Haut abziehen
1 Vanilleschote
50 ml Amaretto-Likör
1 P. Zitronensäure
500 g Gelierzucker 2:1

Zunächst die Gläser und alles, was sonst mit der Marmelade in Berührung kommt, in einem großen Topf in kochendem Wasser zehn Minuten sterilisieren. Die Deckel werden allerdings nur einmal benutzt; für neue Marmelade gibt es auch neue Deckel. So ist die Haltbarkeit nochmals gesichert.





In der Zwischenzeit Pfirsiche vorbereiten und die Vanilleschote aufschlitzen und das Mark herauskratzen. Alle Zutaten einschließlich der aufgeschlitzten Schote und dem Mark in einen Topf geben. Gut verrühren und zum Kochen bringen. Die Marmelade drei Minuten sprudelnd kochen lassen. Eventuell mit einem Stabmixer die Stückchen noch etwas im Topf zerkleinern.
Die heiße Marmelade in die sterilisierten Gläser füllen, sofort fest verschließen und für 10 Minuten auf den Deckel stellen. In den folgenden Minuten die Gläser immer wieder umdrehen.





*Nachtrag: Ich habe mich korrigieren lassen. Wenn man nur auf  italienischen Märkten unterwegs und zudem ein Stadtkind ist, kennt man oft nicht die richtige deutsche Bezeichnung. Das gilt vor allem für Obst- und Gemüsesorten. Keine Weinbergpfirsiche sollen das sein (so sehr kann das Googeln auch in die Irre führen), sondern sogenannte Platt- oder Tellerpfirsiche.
Wie auch immer sie heißen mögen - sie schmecken himmlich! 


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Montag, 24. März 2014

Märchenhafte Löffelgeschichte(n): Grießflammeri



Warm, weich, tröstend - das alles kann Grießbrei sein.
Brei - Urnahrung, jene, die auf die Muttermilch folgt und die vielleicht auch eines Tages wieder die einzige Nahrung sein wird, wenn sich ein Leben dem Ende zuneigt. Lange Zeit war Brei in Europa auch das Hauptnahrungsmittel der ärmlichen Bevölkerung, die sich vor allem kein Fleisch leisten konnte.
Manchmal brauche ich das noch heute: meinen Löffel genießerisch in ein Schälchen mit warmem Grießbrei tauchen. Es gibt Tage, gerade im Winter, da verlangt es mich einfach danach, dann gehe ich in die Küche, stelle Milch auf den Herd und hole den Grieß aus dem Küchenschrank. Auf Neudeutsch heißt so ein "Snack" heute Comfort Food!
Wie herrlich die Zeiten, wo ein Teller mit Grießbrei genügte, um alle Sorgen zu vertreiben!



Grießbrei war in meiner Kindheit oft Zwischenmahlzeit. Im Gegensatz zu mir war meine Mutter allem Süßen sehr zugetan, und ab und an bereitete sie für uns am Nachmittag Grießbrei zu: mit Ei, das Eiweiß schnell mit der Gabel in einem Suppenteller zu Schnee geschlagen und dann unter den Brei gehoben, in den sie schon das Eigelb eingerührt hatte. Alles war rasch zubereitet - vielleicht nicht einmal besonders sorgfältig, ich liebte die noch verbliebenen kleinen Grießklümpchen - und vor allem mit einem großen Klacks Butter auf meiner Portion angereichert, der dann langsam einen kleinen See auf dem heißen, süßen Brei bildete. Ich war ein blasses Kind, kein "guter Esser", und besonders meine Oma war immer sehr besorgt, weil ich ihrer Ansicht nach auch viel zu dünn war!



Sicher habe ich als Kleinkind oft meinen Brei mit diesem seltsam gebogenen Löffel gegessen. Ich hatte bei Tisch ein silbernes Kinderbesteck mit Märchenmotiven, das später dann durch ein weiteres Besteck ergänzt wurde, bei dem es schon ein winziges Messerchen gab.




Bei meinem abgebildeten Besteck wurde das Messer dagegen noch durch ein sogenanntes "Schieberchen" ersetzt.





Heute aber geht es um den Löffel!

Es gibt einen aktuellen Blogevent, der mich gleich begeistert hat. Petra von "Obers trifft Sahne" fragt zusammen mit Zorra vom "Kochtopf"nach unseren Löffelgeschichten, nach Lieblingslöffeln und Lieblingslöffelessen.

Brei und Löffel - das gehört zusammen. Der Löffel ist ältestes, ursprünglichstes Bestandteil eines Bestecks. Und Brei ist wiederum im Märchen ein immer wiederkehrendes Motiv, womit sich hier der Kreis um meine persönliche kleine Löffelgeschichte schließt.




Zwar verwende ich meinen Kinderlöffel längst nicht mehr, aber ab und an hole ich ihn hervor und versuche mir vorzustellen, wie ich ihn in meinen kleinen Patschehändchen hielt, von Märchen träumte und meinen Brei löffelte. Und so bleibt er wohl auch für immer mein Lieblingslöffel!
Auch der Grießbrei ist erwachsen geworden. In meiner heutigen, sogar desserttauglichen Version (im Italienischen spricht man bei dieser Art von Desserts auch von einem Dolce al cucchiaio - einem Löffeldessert) macht er sicher so manchen Gast glücklich und zufrieden wie ein kleines Kind.





Grießflammeri mit Mandelkrokant

Zutaten (für 4 Personen)


  • 25 g gehackte Mandeln
  • 350 ml Milch
  • 1 Prise Salz
  • 60 g Zucker
  • 70 g Weichweizengrieß
  • ein paar Safranfäden
  • 2 Eigelb
  • 250 g süße Sahne


Die gehackten Mandeln in einer beschichteten Pfanne ohne Fett anrösten, dann die Mandeln abkühlen lassen.
Milch mit einer Prise Salz und einem El Zucker zum Kochen bringen und dann unter Rühren den Grieß einstreuen, die Safranfäden hinzugeben und  ungefähr zwei Minuten ebenfalls unter ständigem Rühren köcheln lassen.
Die Eigelbe mit dem restlichen Zucker hellschaumig aufschlagen und portionsweise unter den Grießbrei rühren. Die gerösteten gehackten Mandeln unterrühren.
Die Sahne steif schlagen, und wenn der Grießbrei fester zu werden beginnt, die Sahne unterheben.
Den Brei in eine Schüssel füllen oder auf Dessertschälchen verteilen und mindestens zwei Stunden kaltstellen.



  • 3 El Mandelblättchen
  • 2 El Zucker
  • neutrales Pflanzenöl
  • Amaretto-Likör


In einer beschichteten Pfanne Mandelblättchen und Zucker karamellisieren und sofort dünn auf einer mit Öl bestrichenen Alufolie verstreichen. Abkühlen lassen und dann in Stücke brechen.
Den Grießflammeri mit dem Mandelkrokant belegen und mit etwas Amaretto-Likör beträufeln.



Rezeptquellen: Frei nach Rezepten aus Brigitte Viva, Heft 20/2003 und Brigitte Extra, Heft 19/1996



Blog-Event XCVII - Lieblingslöffelessen (Einsendeschluss 15. April 2014)



♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Ein Türchen geht auf...





























Von Oktober bis Dezember laufen die Öfen der toskanischen Bäckereien heiß, denn wie ich oft feststellen durfte, ist Backen nicht gerade eine Leidenschaft, der die italienischen Frauen mit Eifer nachgehen. Lieber kauft man einen Kuchen in der Bäckerei seines Vertrauens, der bei privaten Einladungen oft auch als Dolce auf den Tisch kommt. Und so ist es auch mit der Weihnachtsbäckerei. Man kauft Panettone - oder bekommt unzählige sowieso in dieser Jahreszeit geschenkt. Die wunderbaren Weihnachtsplätzchen, die nördlich der Alpen eifrig ab November gebacken werden, gibt es hier nicht - wenn man von Südtirol einmal absieht, aber dort ist die (Ess-)Kultur doch eher österreichisch geprägt.
Die Ursprünge des Panforte kann man bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Zu dieser Zeit bereitete man einen sogenannten Melatello zu, eine Art einfache, süße Focaccia bestehend aus Mehl, Wasser, Honig und Früchten. Der Melatello wurde bei moderaten Temperaturen im Ofen gebacken, so dass Kuchen und auch Früchte nicht zu sehr austrockneten. Im eher milden und feuchten Klima der Region nahm der Kuchen daraufhin einen fast säuerlichen Geschmack an, was ihm dem Namen "Pan forte" (forte = stark) oder auch "Pan acido" (acido = sauer) einbrachte.





Man unterscheidet zwischen zwei verschiedenen Verisonen des Panforte: Bianco e nero - weiß und schwarz. Die weiße Version wird auch zu Ehren der Königin Margherita di Savioia, die sich anlässlich des Palio 1879 zusammen mit dem König in Siena aufhielt, Panforte Margherita genannt.
Nicht nur eine Pizza, die beliebteste in Italien, verdankt ihr also ihren Namen.
Beide Versionen  unterscheiden sich in einigen Zutaten; so enthält  Panforte natürlich Kakao und oft auch eine Prise Peperoncino. Während der weiße Panforte mit Puderzucker bestäubt wird, ist es wiederum Kakao, der dem schwarzen sein charakteristisches Aussehen gibt.
Natürlich gibt es viele unterschiedliche Versionen für Panforte, und man kann Nüsse, Gewürze und auch Trockenfrüchte ganz nach persönlichem Geschmack zusammenstellen.




Zutaten (für eine Springform von 26 cm)


  • 100 g ungesalzene Macadaminüsse
  • 70 g geschälte Mandeln
  • 30 g Pinienkerne
  • Abrieb einer unbehandelten Zitronen
  • 70 g Orangeat
  • 100 g getrocknete Aprikosen
  • 100 g getrocknete Feigen
  • 150 g Mehl (gesiebt)
  • 150 g weiße Schokolade
  • 100 g Honig
  • 80 g Zucker
  • je eine Msp. Nelkenpulver, Kardamon, Piment, frisch gemahlener weißer Pfeffer, frisch geriebene Muskatnuss
  • 1/2 Tl gemahlener Zimt
  • 3 El Mandellikör
  • 3 El Orangenblütenwasser
  • Puderzucker
  • Backpapier, etwas Butter, Oblaten


Den Boden einer Springform mit Backpapier auslegen. Die Wände der Form leicht mit Butter ausfetten und mit einen Streifen Backpapier auskleiden (der klebt besser an einem gefetteten Rand).
Den Boden mit Backoblaten auslegen.
Den Ofen auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Die Nüsse, Mandeln und Pinienkerne auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und dieses für fünf Minuten in den vorgeheizten Ofen schieben.
Danach aus dem Ofen nehmen und auskühlen lassen.
Den Ofen auf 160 Grad herunterschalten.
Die Trockenfrüchte in feine Würfel schneiden.
In einer Schüssel das gesiebte Mehl mit den Trockenfrüchtewürfeln und den ausgekühlten Nüssen, Mandeln und Pinienkerne mischen.
Die Schokolade fein hacken und im Wasserbad schmelzen.
Den Honig mit dem Zucker und den Gewürzen erhitzen, bis sich alles verbunden hat. Dann den Likör, das Orangenblütenwasser und den Zitronenabrieb unterrühren.
Geschmolzene Schokolade und die Gewürzhonigmischung zu der Mehl-Trockenfrüchte-Nuss-Mischung geben und alles miteinander vermengen.
Die Masse in die Form geben, dabei mit einem befeuchteten Löffelrücken gut verteilen und glattstreichen.
Die Form für 30 bis 35 Minuten in den Ofen geben, der Kuchen bleibt nach dem Backen noch leicht elastisch.
Vollständig in der Form abkühlen lassen, dann mit Puderzucker bestäuben.




Donnerstag, 14. Februar 2013

Ein Lustgarten sprosst aus Dir, Granatbäume mit köstlichen Früchten...



Das Hohelied Salomons, eine Sammlung von Liebesliedern aus dem Alten Testament, gehört zu den wunderbarsten und poetischsten Beschreibungen der Liebe, die die Literatur kennt. Von Liebessehnsucht ist die Rede, aber auch von Erfüllung. Bildreich wird der geliebte Mensch gepriesen, und dafür werden viele Metaphern herangezogen, die aus dem Alltag der antiken Welt entnommen sind. So stammen die Motive aus der Landwirtschaft, dem Ackerbau; ein Weinberg wird zur Begegnungstätte der Liebenden und Gärten werden zu Orten leidenschaftlichen Zusammentreffens.

"Früh wollen wir dann zu den Weinbergen gehen,
und sehen, ob der Weinstock schon treibt,
ob die Rebenblüte sich öffnet,
ob die Granatbäume blühen.
Dort schenke ich Dir meine Liebe.
Die Liebesäpfel duften;
an unserer Tür warten alle köstlichen Früchte,
frische und solche vom Vorjahr;
für Dich hab ich sie aufgehoben, Geliebter."


Immer wieder taucht der Granatapfel auf, der auch als Liebesapfel gilt.


"Rote Bänder sind Deine Lippen, lieblich ist Dein Mund,
Dem Riss eines Granatapfels gleicht Deine Schläfe hinter dem Schleier"


In der Antike war er einst der Göttin Aphrodite geweiht, erst sehr viel später wird er in der christlichen Ikonographie zum Symbol der Auferstehung Christi.




Der Granatapfel mit seinen leuchtend roten Kernen schmückt bei meinem Valentinstags-Dessert die zarte Mandelcrème - ein sinnlicher Genuss!




Gestürzte Mandelcrème mit Granatapfelsauce 
(für zwei Liebende)


  • 200 ml Milch
  • 100 ml Sahne
  • 2 El Vanillezucker, selbst gemacht (im Original: 2 El Zucker und das Mark einer Vanillestange)
  • 50 g Mandeln, fein gemahlen
  • 2 Blatt weiße Gelatine
  • 1 Granatapfel
  • 1/8 l frisch gepressten Orangensaft
  • 1 El Mandellikör
  • 1 Tl Speisestärke


Milch, Sahne, Vanillezucker und Mandeln in einen Topf geben, einmal aufkochen und dann bei kleiner Hitze 15 Minuten köcheln lassen. Ab und an umrühren.
Gelatine in kaltem Wasser zehn Minuten einweichen.
Nach 15 Minuten die Mandelmilch durch ein Sieb in einen anderen Topf gießen und die ausgedrückte Gelatine darin auflösen.
Die Crème auf zwei kalt ausgespülte Förmchen verteilen und einige Stunden kaltstellen (am besten über Nacht).
Eine Hälfte des Granatapfels auspressen, aus der anderen die Kerne herauspulen. Granatapfelsaft mit dem Orangensaft und dem Mandellikör mischen und in einem Topf kurz aufkochen. Speisestärke in wenig kaltem Wasser anrühren, zu dem Saft gießen und kurz köcheln lassen.
Crème aus dem Förmchen stürzen und mit der Fruchtsauce umgiessen. Mit den Granatapfelkernen bestreuen.




Rezept-Quelle: Sabine Sälzer, Dinner for two. Gräfe und Unzer Verlag, 1999 




Liebe geht durch den Magen! Das Küchenplausch Event


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Montag, 3. Dezember 2012

Harmonie der Gegensätze: Mandelkrokant-Parfait mit heißer Beerensauce



Zart schmelzend und knusprig zugleich, heiß und kalt - in diesem Dessert treffen Gegensätze aufeinander.
Mandelkrokant-Parfait ist für mich eine eher winterliche Eisspezialität und passt gut in die Vorweihnachtszeit, denn es erinnert mich an die auf den Weihnachtsmärkten angebotenen gebrannten Mandeln und Nüsse. Wer mag, kann eine Prise Zimt oder auch Kardamon hinzufügen - so kommt es noch weihnachtlicher daher. Natürlich kann man auch die Beerensauce mit diesen Gewürzen abschmecken.






Zutaten (für eine Parfaitform von 750 ml Inhalt)

  • 100 g gehackte Mandeln
  • 100 g Zucker
  • 50 g Puderzucker
  • 3 Eigelb
  • 250 ml süße Sahne
  • 2 El Amaretto-Likör
  • Abrieb einer unbehandelten Orange
  • neutrales Pflanzenöl 
  • 450 g tiefgefrorene gemischte Beeren
  • 3 El Vanillezucker (selbstgemacht)
  • 1 El Speisestärke
  • 125 ml Blaubeersaft

Eine Parfaitform mit etwas Öl auspinseln und mit Frischhaltefolie auskleiden (ich nehme dafür Mikrowellenfolie, die auch bei Kontakt mit fetthaltigen Speisen angeblich keine schädlichen Stoffe/Weichmacher etc. auf die Lebensmittel übertragen soll).
Einen Lage Alufolie dünn mit Öl bestreichen.
Die gehackten Mandeln in einer beschichteten Pfanne ohne Zugabe von Fett hellbraun anrösten. Dann aus der Pfanne nehmen. Den Zucker in die Pfanne geben und hellbraun karamellisieren. Die gerösteten Mandeln hinzufügen und gut unterrühren. Sofort die Krokantmasse auf die Alufolie streichen und vollständig abkühlen lassen.




Frischhaltefolie auf den Mandelkrokant legen und diesen mit einem Fleischklopfer zerhacken.
Über einem Wasserbad die Eigelbe mit dem Puderzucker weißschaumig aufschlagen. Danach den Topf in eine Schüssel mit kaltem Wasser stellen und unter Rühren die Ei-Zucker-Mischung wieder erkalten lassen.  Die Sahne steifschlagen. Den Amaretto-Likör sowie den Krokant und den Orangenabrieb unterrühren und die Sahne unterheben. Die Parfaitmasse in die Form füllen, diese abdecken und über Nacht in den Freezer stellen.







Für die Blaubeersauce die gemischten Beeren in einem Topf antauen lassen. Mit dem Vanillezucker unter Rühren erhitzen und kurz aufkochen. Speisestärke mit dem Blaubeersaft verrühren und die Sauce damit binden.
Das Parfait auf ein Brett stürzen, in Scheiben schneiden und mit der heißen Beerensauce servieren.


Das Parfait - dieses Mal mit heißer Schokoladensauce


Zutaten
(für 6 Portionen)


  • 250 ml Milch
  • 1/2 Vanillestange, das Mark herausgekratzt
  • 30 g Zucker
  • 30 g Kakaopulver
  • 100 g Zartbitterkuvertüre


Das Kakaopulver mit etwas Milch glattrühren. Die Kuvertüre in Stücke hacken.
Milch mit dem Zucker und dem Vanillemark erhitzen und aufkochen lassen, das angerührte Kakaopulver hinzufügen. Dann die Kuvertüre darin schmelzen.



♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Samstag, 4. August 2012

Mit süßem Häubchen - Pesche ripiene con ribes rossi

Gefüllte und gratinierte Pfirsiche gehören zu den italienischen Dessertklassikern. Dieses sommerliche Dolce hat seine Ursprünge in der Region Piemont und kommt meist in einer sehr einfachen Version daher. Oft wird nur das Eigelb zusammen mit den Amarettini für die Füllung verwendet, aber mir gefällt so ein leicht fluffiges Häubchen.



Zudem verstecke ich gerne noch ein paar rote Johannisbeeren in den Pfirsichen und gratiniere dann  die Früchte mit einer Amarettini-Pfirsich-Baisermasse.


Zutaten (für zwei Pfirsiche)

  • 2 Pfirsiche
  • 60 g rote Johannisbeeren
  • 60 g Amaretti (italienische Mandelmakronen)
  • 6 El Amaretto-Likör (ital. Mandellikör)
  • 1 El Zucker
  • 1 Tl bitteres Kakaopulver
  • 1 Ei
  • Butter für die Form

Eine feuerfeste Form mit etwas Butter ausstreichen und den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Die Pfirsiche waschen, in zwei Teile schneiden und den Kern entfernen. Mit einem scharfen Löffel (Grapefruitlöffel) noch etwas Fruchtfleisch herauskratzen und zur Seite stellen. Die Johannisbeeren in den Pfirsichhälften verteilen.



In einem Mixer die Amarettini mit dem Zucker, dem Kakaopulver, einem El Amaretto-Likör, dem vorher ausgekratzten Pfirsichfleisch und dem Eigelb zerkleinern. Das Eiweiß steifschlagen und unter die Masse heben und diese dann auf den Pfirsichen verteilen. Den restlichen Amaretto-Likör in die Form giessen. Im Ofen ca. 35-40 Minuten backen, eventuell in den letzten Minuten  mit etwas Alufolie abdecken (möglichst großzügig wie eine gewölbte Decke darüberlegen, damit die Folie nicht am Baiser klebt).
Möglichst noch warm mit einem Klecks Vanille-Eis geniessen.
Mein Beitrag zum Wochenende für Tobias' Kochbasar.

♥♥♥
Un abbraccio
Ariane
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