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Freitag, 26. Juni 2020

Zarte Pasta für noch zartere Blüten: Trenette allo Zafferano con fiori di zucca, pomodori secchi e fior di latte




Zucchiniblüten sind nicht nur kleine Schönheiten. Wenn es schnell gehen muss, hat man zusammen mit Pasta in kürzester Zeit ein Essen auf dem Tisch. Wunderbar, wenn man bei sommerlichen Temperaturen nicht lange in der Küche stehen möchte! Wenn ich diese hübschen Blüten erspähe, löst das bei mir stets einen Kaufzwang aus. Ich liebe ihr feines, für mich dezent curryartiges Aroma, das in Kombination mit Safran ganz raffiniert - Achtung Wortspiel - erblüht.

Wie oft, wenn ich diese zarten Blüten verarbeite, nehme ich männliche Blüten. Jene, die nicht an einem  Zucchino hängen, sondern den Blumen gleich auf einem dünnen Stängel sitzen. Finde ich Zuccchini mit Blüten, schneide ich diese - mit Ausnahmen (siehe bei den am Schluss angefügten Rezepten) - in der Regel ab und entsorge sie, da sie selten noch appetitlich aussehen. Zur Unterscheidung zwischen männlichen und weiblichen Blüten gibt es hier Fotos. 




Die zarten Gebilde wollen behutsam behandelt werden und verlangen meist nach ebenso zarter Pasta.
Für mich beste Gelegenheit, meinen neuen Aufsatz für Trenette auszuprobieren. Diese Pastasorte ist eng verwandt mit den Linguine. In Ligurien nimmt man diese Form für das traditionelle Pastagericht mit Pesto alla Genovese. Die Bezeichnung Trenette hat ihre Wortherkunft in der ligurischen  Bezeichnung für kleine Kordel ("cordoncino") -  "trena" -, was wiederum auf das lateinische "trinus" (dreifaltig, dreifach) zurückgeht. Eine Kordel besteht ja aus mehreren Garnen; mindestens zwei bis drei.
Wieder einmal habe ich etwas Safran unter die Pasta gemischt, dabei Safranfäden verwendet, da man bei Fäden in der Regel sicher sein kann, dass nicht mit Kurkuma geschummelt wurde. Außerdem verleihen die Fäden der Pasta eine hübsche Musterung.






Zutaten und Zubereitung
(für zwei bis drei Personen)


Trenette allo Zafferano

  • 150 g Mehl 00
  • 50 g Semola di grano duro rimacinata (gemahlener Hartweizengrieß)
  • 2 Eier
  • 1 Tl Safranfäden
  • etwas Olivenöl (maximal 1 Tl)
  • Salz

Die Safranfäden in einem El heißem Wasser einweichen. Nach meinem Grundrezept die Pasta herstellen, dabei die Safranfäden mit dem Einweichwasser hinzugeben. Eventuell noch weiteres Mehl einarbeiten.
Nach der Ruhezeit die Pasta wie beschrieben auswalzen und durch den Aufsatz für Trenette geben.
Die Kochzeit beträgt ca. 2 Minuten.










Für die Fertigstellung

  • ca. 30 männliche Zucchiniblüten
  • 25 g getrocknete Tomaten
  • 1 Schalotte
  • 150 g Fior di latte (Kuhmilchmozzarella)
  • Olivenöl extra vergine
  • Salz, frisch gemahlener weißer Pfeffer

Die getrockneten Tomaten in einem Sieb gut abspülen und in heißem Wasser eine halbe Stunde einweichen lassen. Dann herausnehmen, nochmals kurz abspülen und in feine Würfel schneiden.

Die Stängel mit dem Ansatz von den Zucchiniblüten schneiden und den Blütenstempel entfernen. Vorsichtig abspülen und der Länge nach in breitere Streifen schneiden.

Die Schalotte sehr fein würfeln und in etwas Olivenöl glasig werden lassen.

Die Zucchiniblütenstreifen in die Pfanne geben und kurz zusammenfallen lassen. Die Tomatenwürfel untermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Mozzarella in Würfel schneiden.

Pasta al dente kochen und mit dem Inhalt der Pfanne vermengen. Die Mozzarellawürfel untermischen.






Weitere Gerichte mit Zucchiniblüten:







und nochmal

Pasta allo zafferano ai fior di zucca (die nicht vegetarische Version)








Sonntag, 8. Juli 2018

Die deftige Schwester einer Quiche: Torta rustica con zucchini e mozzarella



Ausgemachte Zucchinihasser sollten es mal mit der Sorte "Romanesco" versuchen - und dann erneut urteilen. Diese knackige Sorte, erkennbar an ihrer etwas raueren, gerippten und hellgrünen Schale,  hat nichts, aber auch nichts gemein mit den dunkelgrünen Wasserbomben, die auch ich früher kannte und die ich so gerne lieben wollte, als dieses Gemüse noch als "exotisch" galt.




Oft werden die "Romaneschi" mit ihrem empfindlichen Blütenansatz verkauft; das sind die weiblichen Exemplare. Leider sind diese Blüten oft mickrig und bereits am Verwelken, so dass ich gerne die männlichen Blüten noch extra dazu kaufe. Es sind diese Blüten, die man in Italien gerne weiterverarbeitet; sie beispielsweise füllt wie bei diesem Rezept hier.




Ich finde diese zarten Blüten wunderschön. Leider ist es eine vergängliche Schönheit; sie wollen möglichst bald nach dem Einkauf verarbeitet werden. Trotzdem setzen sich auch bei der Torta rustica ihren feinen Geschmack durch und lassen sich weder von den Zucchini noch von der Mozzarella unterkriegen. Allein ihre Schönheit können sie nicht mehr so ganz entfalten, auch wenn sie unter der Kruste hindurchschimmern.





Zutaten
(für eine rechteckige Quicheform von 23 cm x 30 cm oder rund 26 cm Ø)

Pâte Brisée

  • 200 g Mehl, gesiebt + Mehl zum Ausrollen
  • 100 g kalte Butter + Butter für die Form
  • 7 El kaltes Wasser
  • Salz


Aus den Zutaten nach meinem Grundrezept einen Teig herstellen und weiter wie dort beschrieben weiter verfahren. Eine gebutterte Form mit dem ausgerollten Teig auslegen und bis zur weiteren Verwendung kaltstellen.

Belag

  • 350 g Zucchini (wenn möglich Sorte "romanesco")
  • 9 Zucchiniblüten
  • 400 g Polpa di pomodoro (stückige Tomaten)
  • 2 Knoblauchzehen
  • 250 g Mozzarella "fior di latte" (Kuhmilch-Mozzarella)
  • 2 Eier
  • 100 ml Sahne
  • 30 g Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
  • Olivenöl extra vergine
  • ein paar Thymianzweige
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • 1 Prise Zucker


Die Zucchini der Länge nach in Scheiben schneiden. In einer beschichteten Pfanne Olivenöl erhitzen, eine halbierte Knoblauchzehe zum Aromatisieren hinzufügen und die Zucchinischeiben von beiden Seiten anbraten. Herausnehmen und auf Küchenpapier legen.

In einer weiteren Pfanne Olivenöl erhitzen und eine kleingehackte Knoblauchzehe sowie die Polpa di pomodoro hinzufügen. Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken und ein paar Thymianblättchen hinzufügen. Dicklich einkochen lassen, aus der Pfanne in eine Schüssel umfüllen und bis zur weiteren Verwendung kaltstellen.

Die Mozzarella in Scheiben schneiden.
Die Zucchiniblüten putzen, an der Seite aufschneiden und die Blüten auseinanderfalten.
Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.

Die Form mit dem Teig aus dem Kühlschrank nehmen. Die Hälfte des Tomatensugo auf dem Boden verteilen, darauf die Hälfte der Zucchinischeiben legen, die Hälfte der Zucchiniblüten und die Hälfte der Mozzarellascheiben darüber verteilen. Mit den verbliebenen Zutaten auf diese Weise weiter verfahren.
Die Eier mit der Sahne und dem Parmigiano verschlagen und über die Oberfläche gießen.
45 Minuten im Ofen backen. Vor dem Anschneiden etwas ruhenlassen.

Eine etwas aufwändigere Quiche mit Zucchiniblüten gibt es hier. Dort spielen sie die Hauptrolle.

♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Dienstag, 25. April 2017

Zarte Hülle für zarte Blüten: Fiori di zucca fritti



Frittierte Zucchiniblüten gehören in Rom genauso zu einem üppigen Antipasto dazu wie die beliebten Carciofi (Artischocken). Leider bin ich aber meist nur Zaungast, wenn die Tellerchen mit den feinen Blüten aufgetragen werden. Das originale Rezept für Fiori di zucca fritti alla romana schreibt Sardellen in der Füllung vor, die ich ja wie auch anderen Fisch nicht mag. In der Hoffnung, dass dem Koch mal die Sardellen ausgegangen sind, lasse ich im Restaurant immer vorkosten. Mein Mann kann ein Lied davon singen. "Jetzt probier' doch mal, sind da Sardellen drin?", nerve ich ihn immer. "Ja, ich glaube (!) schon", so lautet stets die Antwort. Riskieren will ich daraufhin nichts und halte mich an die anderen Köstlichkeiten.
Dass man Gemüsestückchen wie Blumenkohl, Karotten, Zucchini oder auch Salbeiblätter in Ausbackteig - der sogenannten Pastella -  frittiert, ist in fast allen Regionen Italiens üblich. In Rom isst man das Fritto misto zudem traditionell an Heiligabend. In der italienischen Hauptstadt gesellt sich zum Gemüse zudem noch Fleisch, allen voran auch Innereien, wie es die Küche des "Quinto Quarto" vorschreibt: Kalbsbries, Stücke vom Hirn oder Kalbsleber sowie kleine panierte Lamm-Koteletts mischen hier kräftig mit.
Je weiter man Richtung Süden vordringt, umso fischiger geht es dann in der Fritteuse zu, und das ist dann wahrlich nichts mehr für mich.



Glücklicherweise gibt es getrocknete Tomaten, und diese verwende ich immer gerne dann als Ersatz, wenn im Originalrezept Sardellen vorgeschrieben sind - wie etwa bei der Mozzarella in carrozza.
Ebenso original wäre die Verwendung einer Mozzarella-ähnlichen Käsesorte, die hier Provatura heißt. Aber natürlich kann man auch Mozzarella nehmen, wobei man bei diesem Rezept die Kuhmilchversion - hier Fior di latte genannt - bevorzugt. Er ist "kompakter" als Mozzarella di Bufala, und man riskiert dabei nicht, dass der Käse beim Frittieren ausläuft. Trotzdem habe ich aus Geschmacksgründen Büffelmozzarella verwendet, ohne dass es ein "Unglück" gab.
Für die Pastella gibt es unzählige Versionen. Milch, Hefe, ja sogar Bier tauchen gelegentlich in entsprechenden Rezepten auf. Die Verwendung von mit Kohlensäure versetztem Mineralwasser macht den Teig sehr leicht; hier stand der japanische Tempura-Teig Pate.
Und dann wären da noch die Zucchiniblüten selbst. Hier nimmt man auf jeden Fall männliche Blüten; das sind die mit dem dünnen Stiel. Die weiblichen Blüten erkennt man dagegen daran, dass sie aus dem Zucchino herauswachsen. Bei diesem Rezept habe ich Fotos zu männlichen und weiblichen Zucchiniblüten hochgeladen.




Zutaten



  • 10 Zucchiniblüten
  • 10 getrocknete Kirschtomaten (oder entsprechend weniger normale getrocknete Tomaten, diese dann zerteilt)
  • 90 g Mozzarella di Bufala oder "Fior di latte" (Mozzarella aus Kuhmilch)

  • 100 g Mehl, gesiebt + Mehl zum Bestäuben
  • 1 Eigelb
  • 150 ml eiskaltes Mineralwasser mit Kohlensäure (eventuell die Flasche für einige Zeit in das Gefrierfach legen)
  • Salz
  • hoch erhitzbares Pflanzenöl, z. B. Erdnuss-Öl


Zucchiniblütenblätter entfalten und den Stempel herausdrehen. Blüten vorsichtig abbrausen und trockentupfen.
Getrocknete Tomaten abspülen, eventuell kurz in heißes Wasser legen, damit sie weich werden. Mozzarella in kleine Stücke schneiden.
Jede Zucchiniblüte mit einem Stück Mozzarella und einer getrockneten Tomaten füllen, dann die Blütenblätter wieder verschließen -  an der Spitze mit einer kleinen Drehung.




Mehl, Eigelb und eiskaltes Mineralwasser zu einem glatten und flüssigen Teig verquirlen.
Das Öl erhitzen.
Jede Blüte kurz in Mehl wenden, in den Ausbackteig tauchen, abtropfen lassen und in dem heißen Öl frittieren.
Mit einer Schaumkelle herausnehmen und auf Küchenpapier legen. Leicht salzen.
Die frittierten Zucchiniblüten möglichst sofort genießen.




♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Mittwoch, 6. Juli 2016

Trostpasta für den "traurigen Italiener": Papiri con pesto di pistacchio e menta con zucchini e fiori di zucca



Der Schock sitzt tief, und er musste erst einmal verdaut werden. Doch jetzt gibt es einen Teller Trostpasta für den "traurigen Italiener". Über diesen Suchbegriff ist in diesen Tagen jemand auf meinem Blog gelandet.
Ihr habt es ja alle mitbekommen: die Italiener sind draußen. Wir haben ihre Niederlage am vergangenen Samstag auf Ischia miterleiden dürfen. Umgeben von Italienern inklusive der italienischen Bildungsministerin fieberten wir als einzige Deutschte mit - für "die Mannschaft" natürlich. Die Preisverleihung, zu der wir nach Ischia eingeladen waren, wurde nach hinten verschoben und somit zu einer nächtlichen Veranstaltung nach dem Fußballkrimi, bei dem es die sonst so förmlichen Italiener kaum auf den Sitzen hielt. Allein die Ministerin bewahrte Contenance.
Nun gibt es also, nach den Grissini, Pasta als zweiten Beitrag für den Blogevent von Peter vom Blog Aus meinem Kochtopf. Sicher gab es auch für die italienischen Spieler erst einmal einen großen Teller Pasta nach ihrer traurigen Rückkehr in die Heimat. Pasta hat ja so etwas Tröstliches! Vielleicht hätte ich als ersten Beitrag ein Pastagericht veröffentlichen sollen, denn eine gute Portion Kohlenhydrate hätte die "alten" Jungs der Squadra Azzurra vielleicht noch einmal zu Höchstform auflaufen lassen. (Könnte man mir jetzt als Taktik auslegen...)
Mister Kick hat übrigens immer noch nicht seinen Weg in die Ewige Stadt gefunden. Ich will ja keine Vorurteile schüren, aber italienische Post halt. Vielleicht ist Mister Kick auch nur einfach weiter ans Meer gereist und lässt es sich gutgehen. Vielleicht kommt er aber auch rechtzeitig zur nächsten Weltmeisterschaft an. Und der "traurige Italiener" hat dann hoffentlich sein Trauma auch wieder überwunden.




Zutaten
(für 2-3 Personen)

Pesto

120 g Pistazien
50 g geschälte Mandeln
30 g Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
ein Händchen voll Basilikumblätter
ein Händchen voll Minzblätter + Blättchen für die Deko
Olivenöl extra vergine, ca. 130 ml
Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Die Mandeln in einer beschichteten Pfanne kurz anrösten. Ein paar Pistazien zur Seite legen.
Die übrigen Zutaten in einem Mixer zu Pesto verarbeiten, dabei soviel Olivenöl hinzufügen, bis das Pesto geschmeidig wird. Es dürfen gerne noch ein paar gröbere Stückchen Mandeln und Pistazien vorhanden sein. Von dem Pesto verwendet man ungefähr 4-5 Eßlöffel. Der Rest hält sich, mit Olivenöl bedeckt, ein paar Tage im Kühlschrank frisch.

6 Zucchini mit Blüten*
Olivenöl extra vergine
Salz, frisch gemahlener Pfeffer

250 g Pasta, z.B. Papiri

Die Zucchiniblüten abtrennen, Stempel herausnehmen und Blüten unter fließendem Wasser säubern. Bis zur Verwendung in einem Schälchen mit kaltem Wasser aufbewahren; welke Blüten gehen dadurch wieder etwas auf.
Die Zucchini in Scheiben schneiden und in Olivenöl scharf anbraten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Pasta al dente kochen, abgießen und in der Pfanne mit den Zucchini vermischen. Zucchiniblüten längs in Streifen schneiden und mit dem Pesto unter die Pasta heben.
Restliche Pistazien grob hacken und über die Pasta streuen. Mit ein paar Minzblättchen belegen.

Wieso die Pastasorte diesen ungewöhnlichen Namen hat, kann man hier erkennen:




*Wenn ich Zucchiniblüten verwende, so nehme ich für gewöhnlich die männlichen Blüten. Man erkennt sie an den Stielen, auch sind sie größer.

Männliche Zucchiniblüten


Weibliche Blüten sitzen an den Zucchini selbst. Leider sind sie oft schon verblüht, wenn sie auf den Markt komme. Aber dann entdeckte ich in einem Feinkostladen herrliche Exemplare.

Weibliche Zucchiniblüten



Blogevent EuropaKochen 2016 - Wir kochen uns durch Europa


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Sonntag, 12. Juni 2016

Provokation auf Italienisch: "Carbonara" di pollo, zucchini e fiori di zucca


Ich ziehe dann schon einmal den Kopf ein - Carbonara...
Prophylaktisch habe ich der Bezeichnung Carbonara Tüttelchen verpasst; im Original war das nicht der Fall. Und das Originalrezept für dieses Hauptgericht stammt aus einem - Achtung - italienischen (!) Foodmagazin.
Wenn das Stichwort "Carbonara" in irgendeinem Forum (auch in italienischen) fällt, ist der Shitstorm gewiss, deshalb will ich an dieser Stelle auch nicht länger darauf eingehen.
Zur Pasta alla Carbonara habe ich alles gesagt: wer mag, kann das hier nachlesen. Da war ebenfalls der Titel schon eine kleine Provokation.
Dieses Gericht mit Hühnerbrust und Zucchini jedenfalls schmeckte gigantisch, und es lohnt sich, es nachzukochen. Wenn Euch jemand fragt, wie es heißt, dann verschweigt einfach jenes Reizwort. Das erspart unsägliche Diskussionen und schont die Nerven!





Zutaten
(für 2-3 Personen)

500 g Hühnerbrustfilet
100 g Pancetta affumicata,
in etwas dickere Scheiben geschnitten, dann gewürfelt
5 Zucchini "romaneschi"
10 Zucchiniblüten
75 ml trockener Weißwein
1 ganzes Ei + 1 Eigelb
25 g Pecorino Romano, frisch gerieben
50 g Robiola (italienischer Frischkäse)
Olivenöl extra vergine
Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer




Die Hühnerbrust in Würfel schneiden.
Ein wenig Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Pancettawürfel darin anbraten. Wenn sie knusprig werden, aus der Pfanne nehmen. In dem in der Pfanne verbleibenden Fett die in Würfel geschnittene Hühnerbrust leicht braun anbraten. Dann die Pancetta wieder hinzufügen, leicht pfeffern und salzen und mit dem Wein ablöschen. Zehn Minuten bei kleiner Hitze schmoren lassen.
In der Zwischenzeit die Zucchini quer halbieren und jede Hälfte der Länge nach vierteln. Die Zucchiniviertel für ca. 3 Minuten dampfgaren. Die Zucchiniblüten putzen und längs in Streifen schneiden.
Die Zucchiniviertel sowie die Zucchiniblüten zu dem Hühnerfleisch in die Pfanne geben und für weitere drei Minuten schmoren lassen. Dann die Pfanne von der Kochstelle nehmen und kurz abkühlen lassen
Ei, Eigelb, Pecorino und Robiola gut verquirlen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit dem Hühnchenwürfeln in der Pfanne vermischen.



Rezeptquelle: Sale & Pepe, Mai 2016


♥♥♥

Auch mein Kringelchen sollte etwas von dem feinen Hühnchenfleisch abbekommen. Natürlich ungewürzt gedünstet und nur mit dampfgegarten Zucchiniwürfeln sowie Hüttenkäse vermischt. Und sie hat diese Leckerei verweigert!



Liebe Katzenbesitzer, wenn Ihr Tipps für mich habt, immer her damit! Kringelchen und auch ich, wir werden es Euch danken!





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Freitag, 17. Oktober 2014

Mit den Gaben des Herbstes: Maltagliati alla salvia con sugo di castagne, zucca e pomodorini



In den zwanzig Jahren, in denen ich nun in der italienischen Hauptstadt lebe, habe ich noch nie so warme, ja fast heiße Temperaturen im Oktober erlebt. Auch wenn das Wetter in Rom nicht der Jahreszeit entspricht, zeigt sich dennoch der Herbst immer hartnäckiger auf dem Teller.
Mit luftigen Sommerkleidern, nackten Füssen in den Sandaletten und Sonnenschutzcrème auf der Haut ziehe ich jeden Tag los und packe herbstliches Gemüse in mein Einkaufskörbchen - eine ungewöhnliche, aber reizvolle Kombination!
Ob ich eine kleine Herbstpasta-Reihe zusammenstellen kann, ähnlich meiner Spaghettini-Serie des vergangenen Sommers, kann ich nicht versprechen - zu viele kleinere Reisen stehen in diesem Jahr noch an. Aber ich versuche mal, einen Anlauf zu nehmen.






Zutaten
(für drei bis vier Personen)

Pasta

150 g Mehl
50 g Hartweizengrieß (Semola di grano duro rimacinata)
2 Eier
wenige Tropfen Olivenöl extra verging
eine Prise Salz
ca. 7 große Salbeiblätter

Mit den Zutaten nach meinem Grundrezept einen Pastateig herstellen. Dabei die fein zerkleinerten Salbeiblätter einarbeiten.


Nach der Ruhezeit Pastateig dünn ausrollen und mit einem Teigrädchen in Bahnen schneiden. Sie dürfen gerne unregelmäßig  sein; es sind ja Maltagliati.




Sugo

200 g Esskastanien (Maronen)
200 g Kürbisfleisch
1 kurzes Stück Stangensellerie aus dem Herz
160 g Kirschtomaten
1 Schalotte
1 Peperoncino
10 Zucchiniblüten
100 bis 150 ml Marsala (oder Weißwein)
Olivenöl extra vergine
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
ein paar Rosmarinnadeln

Die Kastanien eine Stunde in kaltem Wasser einweichen. Den Backofen auf 200 Grad vorheizen und die Kastanien kreuzweise einritzen. Auf das heiße Backblech geben und ungefähr 15 Minuten im Ofen lassen. Dann die Kastanien mit einem feuchten Küchenhandtuch abdecken. Schälen.
Schalotten schälen und fein würfeln, ebenso den Stangensellerie und das Kürbisfleisch würfeln. Peperoncino entkernen und ebenfalls fein hacken.
Das Stielende der Zucchiniblüten wegschneiden und den Stempel entfernen. Der Länge nach in Streifen schneiden. Rosmarinnadeln abstreifen und fein hacken.
Die Kirschtomaten waschen und anpieksen (damit sie nicht aufplatzen).






Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und Schalotten- und Kürbiswürfel sowie den Stangensellerie und den gehackten Peperoncino andünsten. Salzen und pfeffern, gehackte Rosmarinnadeln hinzufügen und etwas Marsala angießen. Nach etwa fünf Minuten die Kirschtomaten und die Zucchiniblüten mit in die Pfanne geben. Weitere 10 Minuten dünsten, dabei nach und nach den Marsala hinzugießen. Die Kürbisstücke sollten weich werden, aber noch "Biss" haben. Zum Schluss die zerbröselten Kastanien zum Sugo geben.
Pasta al dente kochen (ca. 3-4 Minuten) und in der Pfanne mit dem Sugo mischen.




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♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Montag, 17. März 2014

Frühlingserblühen: Quiche ai fiori di zucca ripieni



Bei den gemischten Antipasti, die in den römischen Restaurants angeboten werden, schiele ich stets sehnsüchtig nach den frittierten Zucchiniblüten, stelle dem Kellner immer wieder die gleiche Frage und kapituliere schließlich wegen der Füllung dieser zarten Blüten. Neben Ricotta oder Mozzarellastückchen versteckt sich nämlich in der Regel auch eine Sardelle unter den Blütenblättern, und ich mag ja nichts Fischiges. Da hilft nur Selbermachen, und schon seit langem schwebt mir vor, die Sardellen durch getrocknete Tomaten zu ersetzen.
Auf dem Weg zum Markt habe ich dann "mein" Rezept weiterentwickelt. Nicht nur ein Antipasto aus den Zucchiniblüten, die bei der klassischen Zubereitung durch einen zarten Ausbackteig gezogen und anschließend frittiert werden, schwebte mir vor, sondern ein "Piatto unico", also ein vollwertiges Gericht.
Ich verliebte mich dann in den Gedanken, die gefüllten Zucchiniblüten in eine Quiche einzubauen. Hier ist das Ergebnis:



Zutaten 

Boden (28 cm Durchmesser)

  • 200 g Mehl
  • 100 g eiskalte Butter + Butter für die Form
  • 1 Prise Salz
  • 7 El kaltes Wasser

Aus den Zutaten den Boden nach meinem Grundrezept vorbereiten.




Füllung

  • 16 Zucchiniblüten
  • 200 g Ricotta di pecora (Schafskäsericotta, ersatzweise Ricotta aus Kuhmilch)
  • 50 g frisch geriebenen Parmigiano Reggiano
  • 50 g getrocknete, weiche Tomaten (ich nehme halbgetrocknete Tomaten, ersatzweise getr. Tomaten in Öl eingelegt, dann diese gut abtropfen lassen).
  • frisch gemahlener Pfeffer

Die Blütenblätter behutsam auseinanderfalten und die Fruchtstempel aus den Zucchiniblüten herauslösen.




Blüten vorsichtig abbrausen und in einem Sieb abtropfen lassen.
Die Ricotta mit dem Parmigiano und den in feine Würfelchen geschnittenen, getrockneten Tomaten vermengen und mit Pfeffer abschmecken.
Die Blütenblätter erneut entfalten und jeweils einen Teelöffel Ricottafüllung in den Blüten verteilen. Die Blütenblätter verschließen, in dem man die Enden der Blätter ein wenig miteinander verdreht.



Die gefüllten Zucchiniblüten auf dem Boden der Quiche verteilen.



Guss

  • 3 Eier
  • 200 ml Sahne
  • 60 g Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
  • etwas getrockneter Thymian
  • ein Prise Muskatnuss, frisch gerieben
  • 1 Knoblauchzehe
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Den Backofen auf 190 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Eier mit der Sahne, der zerdrückten Knoblauchzehe und dem Parmigiano verrühren und mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss und Thymian abschmecken.
Den Guss über die  Zucchiniblüten gießen und die Quiche ca. 40 Minuten im vorgeheizten Ofen backen.


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Mittwoch, 3. April 2013

Den Frühling zwischen die Pasta schichten - Lasagna aperta con asparagi, fiori di zucca e burrata



Nach den fast sintflutartigen Regengüssen der vergangenen Tage schien heute endlich wieder die Sonne. Das lässt das trübe Wetter an Ostern sowie auch gewisse Ostertorten vergessen...
Der blaue Himmel weckte die Lust auf ein vegetarisch-leichtes, frühlings-frisches Pastagericht - mit natürlich selbst gemachter Pasta!




Witzigerweise habe ich diese "offene" Lasagne zum ersten Mal in einer urigen Enoteca in Umbrien gegessen, die wir bevorzugt im Winter aufsuchen. Die Enoteca Onofri* in dem kleinen Städtchen Bevagna, mit ihren dunklen Holztischen und dem großen steinernen Kamin, lockt besonders in der kalten Jahreszeit in ihre gemütlichen Räume. Da wir im November unseren Olivenöl-Vorrat stets in dem nicht weit von Bevagna entfernt gelegenen Städtchen Trevi erneuern, lassen wir danach den Tag oft in der Enoteca Onofri bei einem guten Glas Wein, einem dampfenden Teller Pasta sowie einem einfachen, aber guten Fleischgericht ausklingen. Für Naschkatzen locken zum Abschluss noch warme Schokottörtchen sowie andere Leckereien.
Vor ein paar Jahren nun bestellte ich dort eine sogenannte "Lasagna aperta", eine "offene" Lasagna. Die Teigblätter werden dabei nicht in eine Auflaufform geschichtet und dann je nach Rezept im Ofen gegart, sondern sie werden nach dem Kochen direkt mit den anderen Zutaten auf den Tellern angerichtet.
Nachdem ich das Gericht jedenfalls gründlich seziert und dann mit großem Genuss gegessen hatte, machte ich mich an einem der nächsten Tage in der heimischen Küche ans Nachbasteln.
Heute habe ich das Gericht einmal wieder hervorgeholt und uns mit dem grünen Spargel sowie den Zucchiniblüten ein wenig den Frühling auf den Teller gezaubert.





Zutaten (für 3 Personen)

  • 150 g Mehl
  • 50 g Hartweizengriess
  • 2 Eier
  • wenige Tropfen Olivenöl
  • Salz


Aus den Zutaten nach meinem Grundrezept einen Pastateig zubereiten, diesen nach der Ruhezeit ausrollen und in "tellergerechte" Quadrate schneiden.


  • 350 g grüner dünner Spargel
  • 20 Zucchiniblüten
  • 3 Tomaten
  • 1 Tl Safranfäden
  • 300 ml Gemüsefond oder gute Gemüsebrühe
  • 2-3 El Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
  • Olivenöl extra vergine
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • 1 Burrata 


Den Spargel putzen, das untere Ende eventuell schälen, und den Spargel in 3 cm lange Stücke schneiden. In einer Pfanne etwas Olivenöl erhitzen und die Spargelstücke kurz anbraten, dann mit dem Fond oder der Brühe ablöschen und das Gemüse weich, aber noch bissfest garen.
In der Zwischenzeit die Zucchiniblüten waschen, trockentupfen und längs in feine Streifen schneiden (eventuell drei Zucchiniblüten für die Dekoration zurückbehalten).
Die Tomaten einritzen, mit kochendem Wasser überbrühen, abschrecken, häuten, entkernen und in Würfel schneiden. Die Safranfäden in wenig heißem Wasser einweichen.
Den Ofen auf 50 Grad vorheizen und die Teller darin erwärmen.
Wenn die Spargel bissfest sind, die Zucchiniblütenstreifen sowie die Tomatenwürfel und die Safranfäden untermischen. Den Sugo mit Salz und Pfeffer kräftig abschmecken und den Parmigiano unterrühren.
Die Pasta-Teigplatten nun portionsweise in kochendem Salzwasser ca. 2 Minuten garen, herausfischen und kurz auf ein sauberes Küchenhandtuch legen.
Auf den Tellern die Teigplatten abwechselnd mit dem Sugo schichten und die Teller nochmals zum Warmhalten in den Ofen stellen.
Vor dem Servieren auf jede Lasagna etwas von der zerpflückten Burrata geben.




*Nachtrag: Leider hat sich die Enoteca Onofri durch personelle Entscheidungen/Änderungen durch die Besitzer in ihrem Angebot verschlechtert: Geringere Preise, dafür weniger Qualität. Deswegen kann ich das Restaurant nur noch mit Einschränkungen empfehlen. 


Ristorante e Enoteca Onofri
Via Onofri
Bevagna (PG)
0039 0742361926




♥♥♥
Un abbraccio
Ariane


Dienstag, 3. Juli 2012

Märchenstunde und ein Rezept in Gelb: Pasta allo zafferano ai fior di zucca

Es war ein einmal ein Wirt, der hatte ein schlichtes kleines Ristorante, gelegen an einem der schönsten Plätze der Ewigen Stadt. Viele Römer - und auch ein deutsches Paar aus unmittelbarer Nachbarschaft - gingen dort regelmäßig essen. Die Speisekarte bot zwar keine außergewöhnlichen Spezialitäten, aber solide Kost. Das Lokal selbst war unscheinbar, die Bedienung nett, man kam oft ins Plaudern und fühlte sich wohl. Viele Gerichte aus dem Meer gab es dort, aber auch für Nicht-Fischesser war gesorgt: eine wunderbare Tagliata mit Rughetta und Balsamessig oder auch ein wohlschmeckendes Pastagericht mit Zucchiniblüten erweckten die Aufmerksamkeit der Neu-Römer, die in der Nachbarschaft wohnten.




Die bodenständige Küche des Ristorante sprach sich herum, und nach und nach kamen immer mehr Menschen, auch aus fernen Ländern, zu dem Ort, um dort einen schönen Abend zu verbringen.
Bald reichten im Sommer die Tische und Stühle auf der schönen Piazza nicht mehr für den Ansturm der Gäste, aber der Wirt breitete sich immer mehr auf dem Plätzchen aus und schaffte es sogar irgendwie, eine Genehmigung für immer mehr Tische zu erhalten. Das Volk strömte im Sommer jeden Abend auf die schöne Piazza, und bald reichte der Ruf bis in ferne Hollywood. Wann immer ein Film in der Ewigen Stadt gedreht wurde, man konnte sicher sein, dass die Schauspieler und das ganz Filmteam so manchen Abend in dem Restaurant verbrachten, um dort "authentische" römische Küche zu geniessen. Wie Trophäen hängte der Wirt stolz die Fotos von sich selbst und der Hollywood-Prominenz am Eingang auf.

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