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Montag, 20. Januar 2020

Reduziert auf das Wesentliche: Tortelli di formaggio di capra al sugo di pomodoro



Es scheint der wohl einfachste Sugo der Welt, wenn man von "aglio, olio e peperoncino" einmal absieht. Und doch kann man - nach italienischen Maßstäben - dabei so einiges falsch machen. Ich rede jetzt nicht einmal von dem immer wieder zitierten Sugo auf Basis von Butter und ganzer Zwiebel nach Marcella Hazan. Natürlich habe ich den auch längst ausprobiert. Was soll ich sagen; den ganzen Hazan-Hype kann ich nicht so ganz nachvollziehen. In Italien sind die Rezepte der Italo-Amerikanerin sowieso weniger bekannt als natürlich in den USA oder in Deutschland.

Spaghetti mit Tomatensauce waren sicher nicht nur für mich, sondern für Generationen das Gericht, welches die Küche eines ganzen Landes repräsentierte. Gibt es einen Haushalt im Deutschland der sechziger, siebziger und achtziger Jahren, in dem nicht so ein längliches "Wunder"-Päckchen mit Tomatenkonzentrat, Gewürzmischung, geriebenem Käse ("Parmesello", was immer das auch war) inklusive Spaghetti oder "Makkaroni" im Küchenschrank vorrätig war? Und die Werbung rief gar den "Wunder"-Tag aus.

Laut Wikipedia sollten die Zutaten dieses "Halbfertiggerichts" nach dem Baukastenprinzip Basis für  "Spaghetti alla Napolitana" sein. Nur: in Deutschland mag sich diese Bezeichnung vielleicht verbreitet haben (leider mit alla - oder gar a la -  Neapolitana oft falsch geschrieben). In Italien selbst habe ich das so noch nicht auf einer Speisekarte gelesen. Hier spricht man schlicht von Spaghetti al sugo di pomodoro. Und da das eine ernste Sache ist, verwendet man gerne auch mal den Singular, wenn man über das Gericht fachsimpelt: Lo spaghetto! 

Einer Zutat aus diesem Päckchen kann ich bis heute nicht verzeihen, was sie dem klassischen Tomatensugo angetan hat. Und damit meine ich nicht diese schreckliche Käsemischung! Es ist die Kräuter-Gewürzmischung, bei dem sich jede Italienerin, jeder Italiener schütteln würde. Dieses Päckchen ist - meiner bescheidenen Meinung nach - mit dafür verantwortlich, dass außerhalb von Italien noch immer Mengen von Knoblauch, Chilischoten (Peperocini) und (italienische?!) Kräuter aller Art in den Sugo wandern. Ich sage nur: Oregano! Natürlich ist auch das dem einst starken süditalienischen Einfluss in der Gastronomie außerhalb Italiens geschuldet.
Nichts davon gehört in einen klassischen italienischen Tomatensugo!





Hauptrolle spielt die Tomate selbst! In der Saison nimmt man natürlich gerne frische Tomaten; welche dafür die besten sind, auch dabei gehen in Italien die Meinungen auseinander (das ist hier eine Wissenschaft!). Unbestritten aber sind die länglichen San Marzano eine gute Wahl, wobei es hier wirklich unzählige geeignete Sorten gibt.
Ansonsten ist es keineswegs ehrenrührig, auf gute Konserven zurückzugreifen. Man kann geschälte Tomaten verwenden - Pelati - oder stückige Tomaten - Polpa di pomodoro.
Um eine Passata, also eine feine, durchpürierte Sauce, die es natürlich auch fertig zu kaufen gibt,  herzustellen, braucht man eine "Passaverdura", eine "flotte Lotte".
Ob man die Pelati nun vorher oder ganz zum Schluss passiert, bleibt jedem selbst überlassen; da nimmt man es nicht so genau.
Knoblauch oder Zwiebel - auch da gibt es zwei Lager. Die eine Zutat sollte aber die andere ausschließen (ich muss gestehen, ich halte mich nicht immer dran). Und bei Knoblauch gilt: Nicht dazupressen, möglichst im Ganzen mitkochen, damit man die Zehe wieder herausfischen kann.  Knoblauchlastige Gerichte überlässt man - mit einigen Ausnahmen - dem Balkan, allenfalls gesteht man es noch der Küche des tiefsten Kalabrien zu (und dort darf man auch mit Peperoncino arbeiten). Übrigens, weil das immer wieder verwechselt wird: Peperoni sind in Italien einfach Paprikaschoten. Die kleinen scharfen Dinger heißen Peperoncini!
Wenn man sich für die leicht (!) scharfe Version mit Peperoncini entscheidet, bitte keinen zusätzlichen Pfeffer. Das gilt auch anders herum.
Die Kräuter? Basilikum! Da kann niemand etwas dagegen sagen. Ein kleines Zweiglein, von Beginn an mitgekocht und später entfernt, aromatisiert den Sugo. Zusätzlich kann man vor dem Servieren noch ein paar frische Blättchen hinzufügen.
Aber - bitte, bitte - keinen Oregano! (Va bene, für "alla Pizzaiola" darf auch der rein...)
Ein Sugo darf die Pasta niemals ertränken, nur umschmeicheln. Noch etwas, was man im "Ausland" gerne etwas anders sieht.
Worauf es sonst noch ankommt, das erfahrt Ihr im Rezeptteil.








Zutaten
(für 2-3 Personen)


Tortelli

  • 150 g Mehl (Typ 00)
  • 50 g gemahlener Hartweizengrieß (Semola di grano duro rimacinata)
  • 2 Eier
  • Salz
  • ein wenig Olivenöl extra vergine



Einen Pastateig nach meinem Grundrezept herstellen und nach der angegebenen Ruhezeit wie dort beschrieben durch die Nudelmaschine drehen. Pastabahnen bis auf Stufe 7 ausrollen.



Füllung

  • 150 g Ziegenfrischkäse
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • Abrieb einer unbehandelten Zitrone
  • etwas Thymian, gerebelt oder frische Blättchen (fakultativ)


Ziegenfrischkäse mit den angegebenen Zutaten verkneten.
Aus den Pastabahnen Kreise abstechen und jeweils eine kleine Menge der Füllung daraufsetzen. Den Kreis zu einem Halbkreis falten und gut mit den Fingerspitzen verschließen. Die äußeren Ende der Halbkreise miteinander verbinden und den Pastarand umstülpen.







Tomatensugo

  • 800 g geschälte Tomaten in der Dose (Pelati)
  • 1 Knoblauchzehe
  • Salz
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • Olivenöl, extra vergine
  • 1 Tl Zucker
  • ein paar Blätter frisches Basilikum


  • frisch geriebenen Parmigiano Reggiano oder Pecorino Romano



Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, die Knoblauchzehe schälen und halbieren und kurz in dem Olivenöl anschwitzen. Die geschälten Tomaten und ein Basilikumzweiglein hinzufügen, salzen und den Zucker dazugeben.

Der Sugo sollte nun mindestens eine Stunde bei kleiner Hitze zugedeckt vor sich hinköcheln. Öfters kontrollieren, damit nichts anbrennt. Vor allem am Pfannenrand setzt sich immer wieder Sugo ab, den man dann wieder unterrühren sollte.
Zum Schluss noch einmal mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Basilikumblättchen hinzufügen.

Die Tortelli für zwei bis drei Minuten in kochendes Salzwasser geben, dann mit der Schaumkelle herausnehmen und in der Pfanne vorsichtig mit dem Sugo vermischen.

Geriebenen Käse dazu reichen.









Freitag, 3. November 2017

Wenn griechischer Honig italienische Pasta sanft umschmeichelt: Ravioli del plin al caprino con castagne e miele



Gleich zwei Zutaten, die in Griechenland hergestellt wurden, habe ich für dieses Pastagericht, das seine Ursprünge im Piemont hat, verwendet. Den Ziegenfrischkäse habe ich zwar in Rom gekauft, den Honig aber aus Griechenland mitgebracht. Im vergangenen Monat ließen wir den Sommer auf Rhodos ausklingen; eine verdiente Ruhe nach einem wie immer bewegten Jahr mit extrem heißen Sommermonaten. Das noch warme Meer, die seidige Luft der Insel hatten so gar nichts Herbstliches an sich; ich ziehe die Farben des südlichen Sommers, das intensive Blau des Himmels und das türkisfarbene Flimmern des Meeres, immer den Herbstfarben vor, die mich melancholisch stimmen.
Wie stets in Griechenland haben wir wieder hervorragend gegessen - ob in der einfachen Taverne oder in etwas edleren Restaurants. Aber, nach ein paar Tagen, gab ich das Klischeebild einer Italienerin ab! Ich hob flehend die Hände zum Himmel und rief mit dramatischem Timbre in der Stimme:
"Mi manca la pasta!"
("Mir fehlt die Pasta!")
Ehrlich, soweit ist es schon mit mir! Die Jahre in Italien haben mich schon sehr geprägt. Übrigens gibt es einige griechische Pastagerichte. Aber - per favore! - ich habe noch nie Pasta  "al dente" vorgesetzt bekommen.
Für die "Italienerin in mir" geht das natürlich gar nicht!

Honig aus Rhodos und Kastanien von der Piazza Navona

Aus Griechenland habe ich mir guten Honig mitgebracht. Bei einem Ausflug nach Monolithos, einem kleinen Ort, berühmt für seine Festung, die von Johanniterrittern im 15. Jahrhundert ausgebaut wurde, entdeckten wir einen kleinen Stand an der Strasse, an dem eine sympathische Frau Honig aus eigener Produktion verkaufte. Sie lud uns zum Probieren ein; der wunderbare Thymianhonig machte dann das Rennen.

Blick auf die Festung von Monolithos


Gleich eine weitere Zutat für dieses Gericht kommt von einem Straßenhändler. Man sieht sie überall in Rom, und das auch ganzjährig: junge Männer, meist aus Pakistan, rösten an den touristischen Orten der Stadt Kastanien. Besonders im Sommer haben sie mein Mitleid, wenn sie bei Temperaturen um die 40 Grad an den Gasöfen stehen, die eine unglaubliche Hitze abstrahlen, und die Kastanien auf den großen Blechen verteilen müssen. Rätselhaft bleibt mir dabei, wem es bei diesen Temperaturen nach heißen Kastanien gelüstet. Dann doch lieber Kastanieneis, auch wenn das für mich ebenso eine eher winterliche Eisspezialität ist.


Kastanienverkäufer an der Piazza Navona


Die Pasta in der Serviette

Die Ravioli del plin sind die vegetarische Version der berühmten Agnolotti del plin, einer Pastaspezialität aus dem Piemont. Wie die Bezeichnung Agnolotti schon sagt, waren diese traditionell mit Fleisch, genauer gesagt Lammfleisch - "Agnello - Lamm" - gefüllt. Eine andere Version erzählt allerdings, dass die Bezeichnung auf den Namen eines Kochs aus dem späten Mittelalter zurückzuführen sei: Angiolino, genannt Angelotu.
Nicht nur Lamm fand einst Verwendung, sondern auch andere Fleischsorten - dabei gerne auch Bratenreste -, Gemüse oder Kräuter. - Es war Resteverwertung, die man hier betrieb, für die die Pasta herhalten musste. Trotzdem war es gleichzeitig auch ein Festtagsgericht, das man gerne zu Weihnachten zubereitete.
Noch eine Kuriosität dreht sich um die Agnolotti: Nicht auf Tellern wurden sie serviert, sondern eingeschlagen in einer Serviette - Agnolotti al tovagliolo. So blieben sie heiß und geschmeidig, und man verspeiste sie ganz ohne einen Sugo. Oft stellte man ein Schüsselchen mit Suppe daneben; so war der "Primo Piatto" perfekt!
Interessant ist auch die Bezeichnung "del plin". Wer diese Ravioli selbst herstellen möchte, kommt um diesen "plin" nämlich nicht herum. Es ist der Piemonteser Dialektausdruck für "pizzicotto", damit beschreibt man das Zusammenkneifen der Pasta zwischen der Füllung. Im Idealfall soll so ein Raviolo del plin eine rechteckige Form aufweisen.

So, genug der Theorie, schreiten wir ans Werk!



Zutaten
(für 3-4 Personen)

Pasta
  • 150 g Mehl
  • 50 g Hartweizengrieß
  • 2 Eier
  • ein paar Tropfen Olivenöl extra vergine
  • Salz

Aus den Zutaten nach meinem Grundrezept einen Pastateig zubereiten. Nach der Ruhezeit mit Hilfe der Nudelmaschine ausrollen und für die Weiterverarbeitung vorbereiten.

Füllung

  • 280 g Ziegenfrischkäse
  • 2 El Olivenöl extra vergine
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • frische Thymianzweige


Ziegenfrischkäse mit Olivenöl verkneten, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Blättchen von den Zweigen zupfen und unter den Käse mischen.
Ausgerollte Nudelbahnen eventuell der Länge nach halbieren, wenn sie sehr breit aus der Maschine kommen.
Aus dem Ziegenfrischkäse kleine Kugeln rollen und auf die Teigbahnen legen.




Den Teig überklappen. Mit den Fingerspitzen den Teig zwischen den durch die Füllung entstandenen Erhebungen zusammenpressen. Mit einem Teigrädchen die Ravioli auschneiden. Das breite Ende noch umklappen (hält nicht immer in der Form), so dass der einzelne Raviolo eine rechteckige, keine quadratische Form enthält.




Die Kunst dabei ist, möglichst kleine Teigtaschen herzustellen - was mir nicht gelungen ist.
Die Ravioli in kochendem Salzwasser 3-4 Minuten ziehen lassen.



Zutaten für die Fertigstellung

  • 40 g Butter
  • 60 g Thymianhonig
  • Thymianzweige
  • ca. 6 Kastanien, geröstet oder vakuumverpackt 


In einer Pfanne die Butter zerlassen, den Honig hinzugeben und aufschäumen lassen.
Die Ravioli mit der Schaumkelle aus dem Wasser heben und in die Pfanne geben. Kurz in der Honigbutter erhitzen.
Thymianblättchen von den Stengeln zupfen und über die Ravioli streuen. Die zerbröselten Kastanien darübergeben.

Nicht erschrecken, die süße Note hält sich in Grenzen, verleiht dem Ganzen aber einen raffinierten Geschmack. Nicht allzu außergewöhnlich ist diese Kombination mit Süßem für Pastagerichte aus Norditalien. Ich erinnere nur an die berühmten Tortelli di zucca aus der Lombardei: Ihre Füllung enthält süße Mandelkekse, die Amarettini.

Auch der bei dem Rezept verwendete Ziegenfrischkäse ist ein
 griechisches Produkt, wenn auch in Rom gekauft.
 Ob diese Ziege auf Rhodos wohl auch Milch gibt - oder ist es gar ein Ziegenbock?



Rezeptquelle: La cucina italiana, Nr. 11, November 2017


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Sonntag, 12. März 2017

Für den ersten kleinen Hunger: Mousse di pomodoro con crema di formaggio fresco di capra



Essenseinladungen in Italien folgen meist einem strengen Ritual. Ausgiebig wird zunächst ein Aperitivo genossen, und zwar im Salotto (Wohnzimmer), in den man später zum abschließenden Caffè und/oder diversen Digestivi wieder zurückkehrt. Die Damen trinken dann gerne auch eine Tisana (Kräutertee). Ziemlich zügig wird sich dann verabschiedet; zu unfein wäre es, bis spät nach Mitternacht beim Gastgeber zu "versacken".
Zum Aperitif reicht man oft einfache Knabbereien; das können ein Schälchen mit Oliven oder auch Pistazien sein. So ein italienischer Aperitivo zieht sich dabei oft über eine Dreiviertelstunde lang hin. Wann man sich endlich zu Tisch begeben darf, kann man sich ausrechnen, wenn die üblichen Einladungszeiten zwischen 20.30 und 21 Uhr liegen. Aber wir hier im Süden essen ohnehin spät; in Sizilien auch erst nach 22 Uhr. Verständlich, wenn man sich die Temperaturen im Sommer vor Augen führt. Diese Gewohnheiten stammen noch aus einer Zeit, in der es keine Klimaanlagen gegeben hat.




Um die Zeit bis zum ersten Gang zu überbrücken - und damit der Magen nicht knurrt und der Alkohol zu Kopf steigt -, gibt es bei uns meist kleine Häppchen - neudeutsch Fingerfood - für unsere Gäste. Das lässt mir die Zeit, mich entspannt in der Küche meiner Pasta zu widmen.
Die Tomatenmousse lässt sich prima am Vortag vorbereiten, ebenso die Käse-Crème, die man in einem Spritzbeutel im Kühlschrank aufbewahren kann. Die Mousse kann man auch stürzen; dafür sollte sie in kalt ausgespülte Förmchen gegeben werden; auf diese Weise ergibt sie - angereichert mit einem frischen Salat - auch eine unkomplizierte und leichte Vorspeise.



Zutaten
(für 8-10 Portionen)

Mousse

  • 500 g passierte Tomaten (Passata di pomodoro)
  • 10 Blätter Gelatine
  • 200 ml Schlagsahne
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • ein paar Spritzer Tabasco
  • eine Prise Zucker

Ziegenfrischkäse-Crème

  • 380 g Ziegenfrischkäse
  • 150 g Crème fraîche
  • 1 Schalotte
  • ein paar Zweige frischer Thymian 
  • 1 El Butter
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • ein paar Spritzer Zitronensaft


  • ungesalzene Pistazien, frisch gehackt


Die Gelatine in kaltem Wasser 10 Minuten einweichen, dann tropfnass in einen Topf geben und auflösen. Sie darf nicht kochen!
Gelatine unter die passierten Tomaten rühren und alles mit Salz, Pfeffer, einer Prise Zucker und Tabasco abschmecken.
Die Sahne steif schlagen. Wenn die Crème festzuwerden beginnt, die Sahne vorsichtig unterheben.
Mousse in kleinen Gläsern verteilen und kaltstellen.




Für die Käsecrème die Schalotte sehr fein hacken und in der Butter kurz glasig anschwitzen. Thymianblättchen von den Zweigen zupfen - mach braucht davon ungefähr einen Esslöffel - und zu den Schalotten geben.
Ziegenfrischkäse mit der Crème fraîche glattrühren, die gedünsteten Schalottenwürfel dazugeben und mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.
Käsecrème mit Hilfe eines Spritzbeutels auf der Tomatenmousse verteilen.
Mit grob gehackten Pistazien bestreuen.

Quelle: Tomatenmousse frei nach einem alten Rezept aus der Zeitschrift "Brigitte". Crème und Kombination: Eigenkreation.




♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Donnerstag, 18. August 2016

Wie auf Rhodos: Auberginenröllchen mit Ziegenkäse-Nuss-Füllung



Wie die Zeit vergeht - und der Sommer! Nun ja, Sommer haben wir hier in Italien noch bis mindestens Ende September. Ein bisschen wehmütig blicke ich allerdings auf die 10 Tage Rhodos Ende Juli, Anfang August zurück. Urlaub sollte es sein, letztlich war er das aber nur für mich, ein etwas eingeschränkter und einsamer Urlaub, denn mein Mann hat - Ihr erratet es - gearbeitet. Wenigstens das Abendessen konnten wir zu zweit genießen; oft dabei sehr spät, denn mein Mann ist während unseres Inselaufenthalts auch schon einmal "kurz" nach Athen geflogen. Rund 1400 Kilometer hat er bei seinen Terminen in diesen Tagen zurückgelegt; das muss ihm auf so einer relativ überschaubaren Insel erst einmal jemand nachmachen!
Nun sind schon wieder einige Tage vergangen, seitdem wir auf Rhodos waren, und der italienische Sommer hatte wie in jedem Jahr seinen Höhepunkt an Ferragosto, den wir allerdings in gemütlicher Zweisamkeit bei Rouladen, gefüllt nach "deutscher Art" mit Gürkchen, Zwiebeln, Speck und Senf, zu Hause begangen haben. Der Freezer musste leergegessen werden, denn bei der  Eisherstellung, siehe vorigen Post, war mir ein Missgeschick passiert. Ich hatte die Tür nur nachlässig geschlossen, wir waren für einen Tag in Siena, und als wir am späten Abend wieder nach Hause gekommen waren, entdeckten wir das Ärgernis: es taute! Und das bei diesen Temperaturen im Haus! Also musste in den kommenden Tagen alles aufgefuttert werden - frei nach dem Motto: Alles muss raus! Es wurde eine Fleischorgie: Rouladenfleisch, das gab es dann jeweils einmal "italienisch", einmal "deutsch" gefüllt, Hähnchenkeulen - eben was sich so ansammelt und was man für den August so hortet, wenn die Metzgereien oft geschlossen bleiben.
Die Lust auf Vegetarisches war anschließend groß. Gelegenheit, endlich die feinen Auberginenröllchen nachzumachen, die ich auf Rhodos gegessen hatte. Auch bei unserem jüngsten Aufenthalt bei den Hellenen ist uns wieder positiv aufgefallen, wie wunderbar man auch in schlichten Tavernen essen kann. Die griechischen Köche haben einfach ein Händchen für den Umgang mit Kräutern und Gewürzen, und in der gehobenen Gastronomie überrascht immer wieder der Mut zu Neuinterpretationen griechischer Traditionsgerichte.
Ein genaues Rezept hatte ich für diese Röllchen nicht, da musste ich mich beim Nachkochen schon auf die Erinnerungen meiner Zunge verlassen. Als Kraut meinte ich Dill herausgeschmeckt zu haben, aber dieses Kraut habe ich in diesen Tagen vergeblich in Rom gesucht; überhaupt hat man es hier nicht so mit Dill. Statt dessen musste wildes Fenchelkraut herhalten, dennoch empfehle ich jedem, der dieses Gericht nachkochen möchte, auf Dill zurückzugreifen.




Zutaten
(für zwei Personen)

1 Aubergine, ca. 400 g
400 g stückigen Tomaten, "polpa di pomodoro"
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
100 g Ziegenfrischkäse
30 g Walnüsse
1 El Pinienkerne
1 El gehacktes Fenchelkraut (im Original: Dill)
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
1/2 Tl Zucker
2 El geriebenen Gruyère
Olivenöl extra vergine

Die Aubergine längs in dünne Scheiben schneiden, diese in in Sieb legen, mit Salz bestreuen und eine halbe Stunde lang ziehen lassen. Danach abbrausen und die Scheiben trockentupfen.
Auberginenscheiben portionsweise in Olivenöl von beiden Seiten anbraten, zwischen Küchenpapier schichten und auskühlen lassen.
Für den Sugo die Schalotte und die Knoblauchzehe fein hacken und in Olivenöl glasig dünsten lassen. Die Tomaten dazugeben, mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken und dicklich einkochen lassen (ungefähr 20 Minuten).
Den Backofen auf 180 Grad  vorheizen, den Grill zuschalten.


Walnüsse mit dem Wiegemesser hacken (einen El davon zur Seite stellen) und mit dem gehackten Fenchelkraut (Dill) und den Pinienkernen unter den Ziegenfrischkäse mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Auberginenscheiben mit jeweils einem Klacks der Käsecrème versehen und aufrollen. Die Röllchen in feuerfeste Förmchen geben, mit dem Sugo übergießen und den geriebenen Gruyère darüberstreuen.
10-15 Minuten im Ofen gratinieren. Vor dem Anrichten mit den restlichen gehackten Walnüssen bestreuen.

♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Freitag, 8. Juli 2016

Sommerliche Röllchen: Involtini di Bresaola e Caprino



Wie alle Jahre wieder hat die römische Julihitze meine Küche in einen Glutofen verwandelt. Außerhalb unserer klimatisierten Wohnung ist es gar so schwülheiß, dass mir das Atmen schwerfällt. Leider ist die Küche der einzige Raum, in dem kein Klimagerät mehr Platz findet. Gekocht wird trotzdem - naja, fast immer. Aber gestern Abend gab es "kalte Küche" zum Fußballspiel, das ja leider das Aus für "die Mannschaft" nach sich zog. Trotzdem: Gut haben sie gespielt, unsere Jungs! Der französischen Mannschaft gratuliere ich zum Sieg, und ich werde ihr beim Endspiel am Sonntag die Daumen drücken.
Während des Spiels haben wir geschlemmt: Aus Kampanien mitgebrachte Büffelmozzarella sowie Scamorza affumicata, eine geräucherte Käsespezialität. Und Trüffelkäse ... und Weichkäse aus dem Piemont ... und Ziegenkäse - das alles stand zu Auswahl. Unser ganzer Kühlschrank ist voller Käse zur Zeit! Um den Ziegenkäse habe ich etwas Bresaola gewickelt, damit's nicht so auffällt mit dem Käsewahn, und alles mit viel Grünzeug und Vitaminen in Form von Orangen dekoriert.
Ihr seht schon: Meine Liebe zu Käse!
Es gibt so "Basics" im unserem Kühlschrank, die ich praktisch immer vorrätig habe. Neben diversen Käsesorten (darunter immer ein Stück Parmigiano), Oliven und getrockneten, in Öl eingelegten Tomaten horte ich oft auch die Schinkenspezialität Bresaola, mit der ich mir gerne eine schnelle und leichte Mahlzeit zubereite; gerade in den Sommermonaten. Der klassische Teller Bresaola, auch in römischen Restaurants auf fast allen Speisekarten zu finden, sieht dabei so aus.
Diesen mageren, luftgetrockneten Rinderschinken aus der Lombardei, ziehe ich gewöhnlichem Schinken oft vor. Schon als Kind liebte ich Bündnerfleisch, weil ich da keinen  Fettrand abpulen musste. Bresaola della Valtellina, so die korrekte Bezeichnung, schmeckt etwas milder als Bündnerfleisch, trotzdem ist die Verwandtschaft dieser beiden Spezialitäten offensichtlich. Das norditalienische Veltlin (Valtellina), Heimat dieser Spezialität, gehörte einst zu dem Freistaat der Drei Bünde im heutigen Gebiet von Graubünden, daher auch der Name Bündnerfleisch. Allerdings gibt es für die Bezeichnung auch andere etymologische Erklärungsversuche.
Für diese Röllchen bietet sich die geschmeidigere Bresaola an, die man gut zu Röllchen drehen kann und im Geschmack nicht so dominiert. Wer das etwas strenge Aroma von Ziegenfrischkäse nicht mag, kann auch einen italienischen Frischkäse aus Kuhmilch, wie etwa Robiola, verwenden.
Und fertig ist ein wunderbares Antipasto, passend für alle Jahreszeiten - oder eben ein leichtes Hauptgericht für heiße Tage.





Zutaten
(für vier Personen)

200 g Bresaola
250 g Ziegenfrischkäse
1 Orange
80 g Rucola
2 El Pistazienkerne, ungesalzen
2 El Olivenöl extra vergine
Salz, frisch gemahlener Pfeffer


Rucola waschen und trockenschleudern. Auf den Tellern verteilen.
Eine Scheibe Bresaola mit etwas vom dem Frischkäse bestreichen, eine zweite Scheibe darauflegen und ebenfalls mit Frischkäse bestreichen und dann die Scheibe aufrollen. Die fertigen Involtini in der Mittel quer halbieren und auf den Salat legen.
Orange filettieren, Saft auffangen. Pistazien grob hacken.
Orangenfilets auf den Tellern verteilen.
Aus dem Orangensaft, Olivenöl, Salz und Pfeffer eine Vinaigrette rühren und über die Röllchen und die Rucola träufeln. Mit den grob gehackten Pistazien bestreuen.


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Sonntag, 14. Dezember 2014

Pikante Winzlinge: Cranberry-Ziegenkäse-Pralinen



Es gibt Tage, die ziehen sich so endlos lang hin, da liest man sogar die Apotheken-Umschau! So geschehen bei unserem jüngsten Deutschland-Besuch.
Wir waren um den 2. Advent in der alten Heimat unterwegs -  erst in Frankfurt, dann in Bayern, wieder zurück nach Frankfurt, alles mit dem Auto und darüber hinaus in fünf Tagen! Oft sind diese kurzen Deutschland-Aufenthalte wahrlich kein Vergnügen, denn leidige Ämter- oder auch Arztbesuche lassen kaum Zeit für Familie und Freunde. Auch sitzt die tägliche Arbeit meinem Mann stets im Nacken, und da hilft auch kein angemeldeter Urlaub, denn der interessiert weder den Leser noch die Redaktion, wenn Aktuelles in der Welt geschieht. Journalisten-Los eben!
Am 2. Advent waren wir dann bei meiner Schwiegermutter, und mein Mann war dort den ganzen Tag mit zwar lästiger, aber notwendiger Bürokratie für seine Mutter beschäftigt. Ich zog mich mit meiner mitgebrachten Lektüre in ein Zimmer zurück; was macht man schon sonst in einem kleinen niederbayerischen Dorf an einem Sonntag?
Mein Blick fiel ziemlich verwundert auf eine Ausgabe der Apotheken-Umschau. Verwundert, weil solche Blättchen nicht zur bevorzugten Lektüre meiner Schwiegermutter gehören.
Schnell war die Zeitschrift durchgeblättert, und ich wollte sie schon zur Seite legen, als ich auf ein paar Rezepte stieß, die einen zweiten Blick wert waren.
Mini-Muffins mit Ziegenkäse und Cranberries, die mich an Pralinen erinnern - das klang mehr als verlockend, zumal ich immer  auf der Suche nach kleinen Snacks oder Fingerfood bin, das man zum Aperitif reichen kann. Von ihrem unscheinbaren Äußeren sollte man sich nicht täuschen lassen; die Verbindung der säuerlichen Cranberries mit dem herzhaften Ziegenkäse schmeckt herrlich. Nach dem ersten Bissen stellt sich sofort ein "Chips-Effekt" ein: Man kann einfach nicht aufhören, bis alle Mini-Muffins wegfuttert sind!






Zutaten
(für 12 Mini-Muffins)

70 g Mehl
40 g kalte Butter + Butter für das Muffinblech
1 El kaltes Wasser
Salz

Aus den Zutaten einen Mürbeteig kneten, ausrollen und 12 Kreise von 6 cm Durchmesser ausstechen. Die Mulden eines gefetteten Mini-Muffin-Blechs mit den Teigkreisen auslegen und bis zur weiteren Verwendung kaltstellen.

40 g getrocknete Cranberries
2 El Orangensaft, frisch gepresst
65 g Ziegenfrischkäse
2 El Pecorino Romano (im Original: Ziegenkäse), frisch gerieben
1 Eigelb
2 Zweige frischen Thymian
1 Msp. Kardamon
Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Den Backofen auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Cranberries mit dem Orangensaft erhitzen, Kardamon hinzufügen und zur Seite stellen.
Käsesorten mit dem Eigelb und den abgezupften Thymianblättchen verrühren, die Cranberries hinzufügen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Füllung in den Teigschälchen verteilen, und die Muffins ca. 18 Minuten backen.



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♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Samstag, 27. September 2014

Herbstpasta: Ravioli di formaggio di capra e pere




Genauso unbeständig wie das Wetter in diesem September sind zur Zeit leider meine Bloggeraktivitäten. Zu viele Reisen, zu viel weg von zu Hause -  zwar oft nur für wenige Tage -, trotzdem verbunden mit langen, oft nächtlichen Autofahrten. Leider ging das schon den ganzen Sommer über so, und es ist  in diesem Jahr noch kein Ende in Sicht. Das ist einer der Nachteile, wenn man im Ausland wohnt. Es trifft natürlich vor allem meinen Mann, der ständig in ganz Italien - und manchmal auch in Griechenland - unterwegs sein muss. Dazu kommen familiäre Verpflichtungen und auch bürokratische Dinge, die man nach wie vor in Deutschland erledigen muss. Mich wirft das oft ein wenig aus der Bahn, und dann frage ich mich, ob ich mein Blog überhaupt weiterführen kann.
Aber auf Regen folgt glücklicherweise nicht selten wieder Sonnenschein - heute strahlt die Sonne am stahlblauen römischen Himmel -, und als ich meinen Pastateig knetete, durfte ich mich endlich wieder ein wenig "angekommen" fühlen.



Zutaten
(für 2 Personen)

150 g Mehl
50 g Hartweizengrieß
2 Eier
ein paar Tropfen Olivenöl extra vergine
Salz

Aus den Zutaten nach meinem Grundrezept einen Pastateig zubereiten. Nach der Ruhezeit mit Hilfe der Nudelmaschine ausrollen und für die Weiterverarbeitung vorbereiten.

2 Birnen (ca. 650 g)
1 El Butter
ein paar Thymianzweige (Zitronenthymian)
240 g Ziegenfrischkäse
100 g Ricotta
2-3 El Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
2 El Semmelbrösel
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
1 Eiweiß

Die Birnen schälen, Kerngehäuse entfernen, in kleine Würfel schneiden und mit ein paar von den Stängeln gezupften Thymianblättchen in der Butter bei starker Hitze einkochen lassen, bis die Birnen eine musige Konsistenz haben. Birnenmus abkühlen lassen.
Ziegenfrischkäse, Ricotta, Parmigiano, Semmelbrösel und Birnenmus zu einer geschmeidigen Crème verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die ausgerollten Pastabahnen mit der gut bemehlten Seite auf eine sogenannte "Raviolamp" legen, mit Hilfe des Spritzbeutels oder eines kleines Löffels die Füllung in den Vertiefungen verteilen, eine zweite Pastaplatte mit Eiweiß bestreichen und auf die Platte mir der Füllung legen. Gut andrücken und mit dem Nudelholz darüberrollen, Raviolamp umdrehen und die Pasta auf die Arbeitsplatte stürzen. Die Ravioli mit Hilfe eines Teigrädchens trennen.
Ravioli in Salzwasser zirka 3 Minuten kochen, dann mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser heben.


40 g Walnüsse
2 El Butter
ein paar Thymianzweige (Zitronenthymian)
frisch gemahlener Pfeffer

Die Butter mit den grob gehackten Walnüssen und ein paar Thymianblättchen kurz aufschäumen lassen. Die Ravioli untermischen und mit Peffer abschmecken.



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♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Mittwoch, 24. Juli 2013

Reissalat - eine Annäherung



Mindestens genauso schlimm wie in Mayonnaise ertränkte Nudelsalate mit Fleischwursteinlage sind für mich fad abgeschmeckte Reissalate. Ein Erbschen hier, ein Gurkenstückchen dort, noch ein paar Schinkenwürfel dazu, zur Dekoration ein Petersiliensträußchen - und fertig ist einer der Klassiker bundesdeutscher Siebziger-Jahre-Kochkultur. Glücklicherweise landete so etwas in meiner Familie nie auf dem Party-Buffet.
In Italien sieht es allerdings bis zum heutigen Tag nicht besser aus. Hier gibt es fertige Mischungen aus Oliven, Gurken und Paprika im Glas - säuerlich eingelegt -, die man einfach in den gekochten Reis kippt.
Che orrore! Das wird hier nur noch vom sogenannten Insalata Russa übertroffen, bei dem man gekochte, kleingewürfelte Kartoffeln sowie Erbsen und Karotten aus dem Glas unter Bergen von Mayonnaise begräbt. Darüber kommt dann meist noch eine Mayo-Dekoration aus dem Spritzbeutel, die sich nach einiger Zeit so herrlich glasig-gelb verfärbt. Buon appetito! 
Was bin ich böse, aber das muss an der Hitze liegen...
Es mussten noch viele Jahre vergehen, bis ich mich heute zum ersten Mal an einen Reissalat wagte.
Zu diesem heißen Klima passen Salate ja bestens, auch wenn ich wochenlang nicht nur von Salat leben wollte. Überall ist ja in diesen Tagen zu lesen, dass der Herd ausgeschaltet bleibt, weil es auch in Nord- und Mitteleuropa gerade ziemlich sommerlich ist.
Nun halten solche Hitzeperioden bei uns im Süden ja wochenlang an, und allzu lange möchte ich auch nicht auf warme Speisen verzichten. Ganz im Gegenteil: Gerade vor zwei Tagen bekam ich einen richtigen Heißhunger auf ein scharfes, heißes Hühnercurry!
Heute aber nun gab es einen hitzetauglichen Salat - nicht als Beilage, sondern als Hauptgericht.
Protagonist ist der schwarze und aromatisch-nussige Riso Venere - Venusreis. Das klingt doch schon einmal vielversprechend - und das Ganze in italienisch umso schöner:

Insalata di Riso Venere con melone, prosciutto e gnocchetti di caprino







Zutaten

Salat

  • 200 g Riso Venere
  • 1 halbe Melone (z.B. Cantaloupe)
  • 200 g gekochter Schinken (in Scheiben)
  • 1 Peperoni
  • 1-2 Frühlingszwiebel
  • ein paar Blättchen Rauke
  • 3 El Aceto Balsamico
  • 1 El Saba (Mosto Cotto)
  • 1 Tl Dijon-Senf
  • 4 El Olivenöl extra vergine
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
Den Reis in reichlich kochendem Salzwasser ungefähr 40 Minuten kochen, danach abgießen und kalt abschrecken.
Eine Vinaigrette rühren aus dem Aceto Balsamico, der Saba, dem Senf, Salz, Pfeffer und dem Olivenöl; dabei erst zum Schluss das Olivenöl unterrühren.
Das Melonenfleisch mit einem Kugelausstecher aus der Melonenhälfte holen. Den Schinken in kleine Quadrate schneiden. Die Peperoni entkernen und fein würfeln. Die Frühlingszwiebel in Ringe schneiden. Rauke waschen und trockenschleudern.
Reis mit allen Zutaten und der Vinaigrette vermischen.
Anstelle von Mozzarella oder Feta im Salat gibt es dazu:




Ziegenfrischkäse-Nocken

  • 250 g Ziegenfrischkäse
  • 1 El Butter
  • 1 Schalotte
  • ein paar Zweiglein Zitronenthymian
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Die Schalotte sehr fein würfeln und in der Butter sanft weichdünsten. Die Blättchen von den Thymianzweigen zupfen und untermischen, dann die Schalotten etwas abkühlen lassen.
Den Ziegenfrischkäse mit den gedünsteten Schalotten vermengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Crème für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank stellen. Vor dem Servieren Nocken abstechen.


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Dienstag, 30. April 2013

Endlich - zu Hause, Sommer und selbstgemachte Pasta!



Mehr als zwei Wochen waren wir unterwegs - mit dem Flieger, im Auto, in Athen, in Frankfurt, in Milano Marittima (grauenhaft, wer macht da noch Urlaub?) - nur: es waren leider keine Urlaubstage. Und es war anstrengend, sehr anstrengend, besonders, wenn man sich auf dem Rückweg noch einen eingeklemmten Nerv zuzieht.
Aber seit unserer Rückkehr strahlt die Sonne am stahlblauem Himmel, es ist sommerlich geworden (den Frühling haben wir mal wieder übersprungen) - da geht es Nerv und Laune doch gleich wieder besser!
Viel gekocht habe ich in den vergangenen Wochen nicht, dafür aber einige neue deutsche und italienische Kochzeitschriften durchgeblättert.
So gibt es mal wieder Pasta, selbstgemachte und gefüllte Pasta, die ja bekanntlich einfach glücklich macht!
Nur einem trauere ich doch etwas hinterher: Die (weiße-)Spargelzeit wird jetzt leider an mir vorübergehen, denn das von mir so geliebte Frühlingsgemüse gibt es hier nicht (oder nur maßlos überteuert in maßlos schlechter Qualität).
Aber Pasta tröstet mich auch darüber hinweg!




Tortelli di capra con pesto di zucchine, menta e basilico
(für 2-3 Personen)

Pastateig


  • 150 g Mehl
  • 50 g Hartweizengrieß + Hartweizengrieß zum Ausrollen und Bemehlen der Raviolamp
  • 2 Eier
  • 1 Prise Salz
  • wenige Tröpfchen Olivenöl extra vergine


Aus den Zutaten nach meinem Grundrezept einen Pastateig herstellen und in Folie gewickelt eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Dann mit Hilfe einer Nudelmaschine zu dünnen Bahnen ausrollen.


Füllung

  • 120 g Ziegenfrischkäse
  • 25 g Ricotta di pecora (Ziegenricotta, ersatzweise Kuhmilchricotta)
  • 1 El Schnittlauch, in feine Ringe geschnitten
  • Abrieb von einer halben unbehandelten Zitrone
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • 1 Eiweiß


Ziegenfrischkäse mit der Ricotta vermengen, Schnittlauchröllchen und Zitronenabrieb unterrühren und mit Pfeffer abschmecken. Die Käsecrème in einen Spritzbeutel füllen.




Die ausgerollten Pastabahnen mit der gut bemehlten Seite auf die Raviolamp legen, mit Hilfe des Spritzbeutels die Füllung in den Vertiefungen verteilen, eine zweite Pastaplatte mit Eiweiß bestreichen und auf die Platte mir der Füllung legen. Gut andrücken und mit dem Nudelholz darüberrollen, Raviolamp umdrehen und die Pasta auf die Arbeitsplatte stürzen. Die Tortelli mit Hilfe eines Teigrädchens trennen.
Tortelli in Salzwasser zirka 3 Minuten kochen, dann mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser heben.




Pesto

  • 4 Zucchine (ich nehme die junge, hellgrüne und gerippte Sorte)
  • je ein kleines Sträußchen Minze und Basilikum
  • 2 El Parmigiano Reggiano (im O.-Rezept: Grana Padano)
  • Olivenöl extra vergine (2 El zum Anbraten der Zucchine, ca. 75 ml für das Pesto)
  • Fleur de Sel, frisch gemahlener Pfeffer
  • 2 El Pinienkerne
  • 2 El gehackte Pistazien


Die Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne hellbraun anrösten, dann aus der Pfanne nehmen und zur Seite stellen. Basilikum- und Minzblättchen von den Stängeln zupfen, waschen und trockenschleudern.
Die Zucchine auf einer Gemüsereibe grob raspeln. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Zucchineraspel 1-2 Minuten scharf anbraten. Mit Fleur de Sel  abschmecken und etwas abkühlen lassen.
Die Raspel mit den Basilikum- und Minzblättchen sowie dem Parmigiano in einen Standmixer geben und intervallartig zu einem Pesto mixen, dabei nach und nach das Olivenöl hinzufügen.
Das Pesto mit Fleur de Sel und Pfeffer abschmecken und zu den Tortelli geben. Pinienkerne und Pistazien über die Pasta streuen und mit Minzblättchen und Schnittlauchhalmen belegen.




Rezeptquelle: Beilage "Wedding", "Sale e Pepe", April 2013


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Montag, 4. Februar 2013

Ein winterlicher Salat



Heute morgen sah ich doch tatsächlich weißen Spargel auf dem Markt! Sicher kommt er aus Peru. An einem Maitag vor einigen Jahren hatte ich mir den einmal angetan, sündhaft teuer war er - und ohne jegliches Aroma. Dabei gibt es in Norditalien wunderbaren weißen Spargel, der leider nur nie den Weg nach Rom findet.
Jetzt aber ist die Zeit der Äpfel, der Granatäpfel und Walnüsse, des Feldsalats. Daraus habe ich mir heute Mittag einen Salat zubereitet - schnell und unkompliziert.

Zutaten (für 2 Personen)

  • 100 g Feldsalat
  • 1 kleine Schalotte
  • 2 El Apfelbalsamessig
  • 3 El Traubenkernöl
  • 1 Tl Dijon-Senf
  • 1 Tl Orangenblütenhonig
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • 2 Äpfel
  • 100 g Ziegenfrischkäse
  • 60 g Walnußkerne
  • Kerne eines halben Granatapfels
  • 1 El Butter
  • Kastanienhonig


Den Salat waschen und trockenschleudern. Die Schalotte fein würfeln. Aus dem Essig, dem Öl, dem Senf, Salz, Pfeffer und dem Orangenblütenhonig eine Vinaigrette herstellen und die Schalottenwürfel unterrühren.
Die Walnusskerne hacken und die Kerne aus der Granatapfelhälfte pulen.
Äpfel schälen, aus der Mitte jeweils zwei dickere Scheiben herausschneiden und das Kerngehäuse ausstechen. Die Apfelscheiben in etwas Butter kurz anbraten, dann in eine feuerfeste Form legen, jeweils mit einer Scheibe des Ziegenfrischkäse bedecken und unter dem Backofengrill kurz gratinieren.
Salat mit der Vinaigrette vermischen und auf einem Teller anrichten. Die Apfel-Ziegenkäsescheiben daneben anrichten und üppig mit dem Kastanienhonig beträufeln. Salat und Äpfel mit den gehackten Walnüssen und den Granatapfelkernen bestreuen.


Cucina rapida - schnelle Küche für Genießer. Ein Blog-Event von mankannsessen.de


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Freitag, 24. August 2012

Freitagsquiche: Tomaten-Zucchini-Tarte mit Ziegenfrischkäseguss

Hatte ich nicht an anderer Stelle schon einmal erwähnt, dass ich Freitags gerne eine salzige Quiche für das Abendessen backe? Für mich ist das in wahrsten Sinne des Wortes eine "runde" Sache zum Wochenausklang. Man kann sie schön vorbereiten und muß nach dem Abendessen nicht noch Töpfe putzen.
Für den heutigen Abend habe ich mir eine Tarte mit Zucchini und Tomaten ausgedacht. Beim Einkauf entdeckte ich im Kühlregal Ziegenfrischkäse. Gesehen und spontan gekauft - der kommt mit  in den Guss!



Zutaten

Boden

  • 200 g Mehl + Mehl zum Ausrollen
  • 100 g kalte Butter
  • eine Prise Salz
  • 7 El kaltes Wasser
Aus den Zutaten nach meinem Grundrezept einen Mürbeteig herstellen. Bis zur weiteren Verwendung den Teig in der Form kaltstellen.




Füllung und Guss

  • 150 ml süße Sahne
  • 150 g Ziegenfrischkäse
  • 3 Eier
  • 1 Knoblauchzehe
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • eine Prise Piment d'Espelette
  • Kräuter der Provence (getrocknet, wer mag kann den Guss auch nur mit frischen Thymianblättchen würzen)
  • 2 El Pinienkerne
  • 300 g Kirschtomaten
  • 1 Zucchino

Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Die Sahne mit dem Ziegenfrischkäse und den Eiern verquirlen. Die Knoblauchzehe dazupressen und mit Salz, Pfeffer, Piment d'Espelette und Kräutern abschmecken. Den Zucchino der Länge nach mit einem Sparschäler oder mit Hilfe eines Gemüsehobels in dünne Streifen schneiden. Jede Scheibe der Länge nach halbieren. Die Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne etwas anrösten.
Den Teigboden aus dem Kühlschrank nehmen und mit einer Gabel mehrmals einstechen. Den Guss auf den Boden giessen und die Tomaten darüber verteilen. Die Zucchinistreifen einrollen, und die Kringel mit der Schalenseite nach oben zwischen die Tomaten setzen.
Die Tarte ca. 45 Minuten im Ofen backen. Zehn Minuten vor Ende der Backzeit die Pinienkerne auf der Tarte verteilen und mitbacken.


Kochrezepte Basar -teilen,inspirieren,stöbern,entdecken- immer Freitag bis Sonntag - tobias kocht!


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

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