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Samstag, 23. März 2013

Ausgetrickst! Pizzette fritte!



Gestern erreichte mich eine Einladung zu einem neuen Blogevent, den Zorra vom "Kochtopf" zusammen mit Luna von "Luna's Philosophy" ausrichtet.
Schrecksekunde! Pizza!


Blog-Event LXXXVI - We ♥ Pizza (Einsendeschluss 15. April 2013)



Erinnerungen an gefährliches Hantieren mit heißen Backblechen kommen hoch, auf die ich fertig belegte Pizze ziehe, um mit einer solchen heiklen Aktion irgendwie einen halbwegs anständigen Pizzateig, schön knusprig, aber keinesfalls hart, hinzubekommen.
Lieber nicht teilnehmen, war - ehrlich gesagt - mein erster Gedanke. Da liest man immer wieder von  beneidenswerten Zeitgenossen, die sogar einen Holzofen ihr eigen nennen oder stolze Besitzer eines Pizzasteins sind, auf denen sie die wohl berühmtesten Teigfladen der Welt backen.
Ich habe weder das eine noch das andere.
Nein, ich backe keine Pizza, sage meine Teilnahme ab, erfreue mich aber an den Beiträgen der anderen...
Kaum angedacht, hat es doch ein wenig an meiner "italienischen" Ehre gekratzt! Da lebe ich hier seit vielen Jahren, schreibe ein Blog über italienische Spezialitäten - und dann soll an dieser Stelle nie ein Pizzarezept erscheinen? Pah! Italien ist ja nicht nur Pizza und Pasta!
Ausflüchte...





Es ist ja auch nicht so, dass ich nicht schon Pizza gebacken hätte - siehe oben mein "genialer" Tricks mit dem glühend heißen Backblech. Meist war sie  auch ganz annehmbar, aber wenn man natürlich den direkten Vergleich mit einer original neapolitanischen Pizza zieht, mehrfach genossen nicht in einer dieser Edelpizzerien oder gar Pizzaketten-Restaurants, sondern in den berüchtigten Spanischen Vierteln, an einfachen, mit Papiertischdecken belegten Tischen, eingelullt in den selbst für Mailänder oder Römer schwer verständlichen neapolitanischen Kauderwelsch, dann schämt man sich fast seines Produkts aus dem heimischen Ofen. Da mag auch der üppigste und phantasievollste Belag nicht darüber hinweghelfen! Ganz im Gegenteil: Die klassische Pizza ist einfach! Sehr einfach belegt, und die Beliebteste immer noch die "Margherita" in den italienischen Nationalfarben: Eine Pizza mit Tomatensauce, Mozzarella di Bufala und ein paar Blättchen Basilikum - und basta! Natürlich - an touristischen Orten gibt es auch solche Auswüchse wie Pizza con Wurstel! Vor so etwas wendet sich die neapolitanische Seele mit Grausen ab!


Geburtsort der Pizza Margherita in Neapel

Aber es fehlt auch dieser klassischen Margherita - aus dem heimischen Ofen - jener so typische Geschmack, jener Kick, der ihr nur in einem Holzofen, dem "Forno a legna" mitgegeben wird. Bei Temperaturen um die 450 Grad wird sie dort für drei bis fünf Minuten gebacken.
In Rom ist die Pizza etwas dünner im Teig, und es umgibt sie nicht dieser so typisch aufgeworfene Rand wie bei einer Pizza aus Neapel, perfekt ausbalanciert zwischen fluffig und dennoch knusprig.
Pizza a taglio - große, meterlange Pizza_Bahnen -,die dann in Stücke geschnitten und oft zusammengeklappt verkauft werden, gibt es in den italienischen Metropolen an vielen, gerade touristischen Ecken. Meist sind es geschmacklose Verkaufsläden, nur der schnellen Sättigung zwischendurch huldigend, in denen man diese Pizzastücke für wenig Geld kaufen kann.
Beliebt ist die Pizza rossa (mit Tomatensauce) oder Pizza bianca (ohne alles), die auch die Römer im "Forno" am Campo de' fiori um die Mittagszeit kaufen - und nur um die Mittagszeit, und nicht zum Frühstück und nicht zum Abendessen, wie ich schon fälschlicherweise lesen konnte. Ab und an schlage auch ich da mal zu, viel Geschmack kann man aber nicht erwarten, obwohl immer frisch der Nachschub aus Backstube kommt. Man sollte sie wirklich sofort noch vor Ort essen, denn sie kühlt in Windeseile aus und schmeckt dann gar nicht mehr.  Vor Jahren hat bei diesem Forno ein bayerischer Bäcker in einer in jeder Beziehung einmaligen Aktion deutsche Brotspezialitäten gebacken und angeboten. Die Produkte gingen im wahrsten Sinne weg wie warme Semmeln und machten der Pizza einige Konkurrenz. Heute aber sind es wieder jene Pizzastücke, die Massen von hungrigen Römern und Touristen anziehen.
Pizza essen in Rom - auch das ist nicht ganz einfach, sucht man eine wirklich gute Pizza. Legendär ist die Pizza bei Baffetto in der Altstadt. Vor Jahren hatte ich da mal mit großen Erwartungen Pizza bestellt, und war letztlich doch enttäuscht. Aber diese Pizzeria hat sich eben einen Namen gemacht und wird immer wieder hoch gelobt. Vielleicht sollte ich dem Laden noch mal eine Chance geben.
Manchmal gehen wir auch zu Gusto in der Nähe der Ara Pacis Augustae. Sicher, da läuft es fast schon industriell ab, aber schlecht finde ich die Pizza dort nicht. Was für eine Unterschied aber ist der Genuss einer Pizza in diesem im Vintage-Look gestylten Laden mit einem hauptsächlich aus schicken jungen Römern bestehenden Publikum zu jenem fast schäbigen Lokal in den Spanischen Vierteln von Neapel. Den Tipp zu letzterer Pizzeria bekamen wir einst von einem Pfarrer, der die schwierige Aufgabe hatte, Jugendlichen in diesen Elendsvierteln eine Perspektive und einen Weg aufzuzeigen, der nicht in die Kleinkriminalität oder gar zu Schlimmerem führte. Es war seine Stammpizzeria, und irgendwann saßen wir bei jedem Neapelbesuch ebenfalls dort, in der Pizzeria "7 Soldi" (das klingt im Italienischen so ähnlich wie "drei Groschen"). Eine Pizzeria - gänzlich untouristisch, mitten im neapolitanischen Leben, vor der Tür Müll und Handel mit geschmuggelten Zigaretten. Noch immer sehe ich, wie ein Küchenjunge losgeschickt wurde, Zwiebeln zu kaufen; ich war wohl die einzige, die Zwiebeln auf ihrer Pizza wollte - ich liebe Zwiebeln auf Pizza! Natürlich hätte ich darauf verzichtet, keine Frage, wenn ich gewusst hätte, dass es in der Küche keine Zwiebeln gab. Aber das ist Neapel, hier wird improvisiert. Das ganze Leben ist Improvisation!
Überhaupt - meine Lieblingspizza ist eine Pizza rossa (mit Tomatensugo) mit scharfer Salami, wenig Käse und ganz viel Zwiebeln!
Zur Pizza trinken die Italiener übrigens Bier, wollte ich noch anmerken, und keinen Rotwein wie in der deutschen Fernsehwerbung für diese Tiefkühlfladen. Eigentlich ein Unding: Hefe im Teig, Hefe im Bier: danach spannt die Kleidung um die Taille.




Zurück zur Aufgabe: Pizza soll gebacken werden!
Gut, was macht man, wenn man eben kein glücklicher Besitzer eine Holzofens oder Pizzasteins ist? Wie umschifft man diese Klippen mehr oder weniger elegant?
Richtig: Man frittiert die Dinger! Da ist jetzt keine Erfindung aus Not von mit, sondern steht ganz und gar in der neapolitanischen Tradition. Angeblich sollen diese Pizzette fritte, auch Pizzelle genannt, in den Bassi, das sind die typischen ebenerdigen Ein-Zimmer-Wohnungen, in denen eine ganze Familie lebt, gebacken worden sein. Ein typisches Arme-Leute-Essen! Die volkstümliche Bezeichnung dieser Pizzette lässt ahnen, was es mit diesem typischen "Street Food" auf sich hatte: "A ogge a otte" - was aus dem Dialekt übersetzt so viel bedeutet wie "ich esse es heute und bezahle in acht Tagen". Man sagt, die Pizzaioli, die Pizzabäcker, hätten Erbarmen mit den armen Leuten des Viertels gehabt und ihnen Kredit gegeben. Ihre Ehefrauen bereiteten aus den Teigresten ihrer Männer dann die Pizzette zu.
In der Tat sind diese Pizzette etwas "ärmlich" - und vielleicht der schlichteste Beitrag zu diesem schönen Event.
Aber sie schmecken herrlich, der Teig geht wunderbar auf, und mit einem Klecks Sugo, der herrlichen Mozzarella und dem Aroma des Basilikums wähnt man sich direkt in Neapel!




Zutaten (für 12 Pizzette)

Teig

  • 500 g Mehl (ich habe die Mehltypen 00 und 0 gemischt, zu den Mehltypen siehe hier)
  • 25 g frische Hefe
  • 15 g Salz
  • 1 Tl Zucker
  • 250 ml lauwarmes Wasser
  • 1 L hoch erhitzbares Pflanzenöl


Die Hefe  mit dem Zucker in 125 ml lauwarmen Wasser auflösen.
Das Mehl in eine Schüssel sieben, eine Mulde hineindrücken und die Hefelösung hineingiessen. Dann das Salz im restlichen Wasser auflösen und ebenfalls zum Mehl geben. Mit dem Knethaken einen elastischen Teig kneten. Die Schüssel zudecken und den Teig an einem warmen Ort ungefähr zwei Stunden gehen lassen. Das Teigvolumen sollte sich dann verdoppelt haben.
Den Teig nochmals durchkneten, zu einer Rolle formen und diese in 12 Teile schneiden. Jedes Teil zu einer Kugel drehen, auf ein bemehltes Brett setzen und zugedeckt nochmal einen halbe Stunde gehen lassen.
In einer Pfanne mit hohem Rand das Öl erhitzen.
Jede Teigkugel mit den Händen zu einem Fladen mit etwas dickerem Rand formen. Portionsweise die kleinen Pizzette frittieren, dabei im Öl auch einmal umdrehen. Wenn sie eine schöne goldgelbe Farbe angenommen haben, aus dem Öl heben und auf einem mit Küchenpapier ausgelegten Teller setzen.




Belag

  • 400 g Polpa di Pomodoro (Tomatenstückchen aus der Dose, in der Saison kann man natürlich auch frische Tomaten verwenden)
  • 1 kleine Schalotte
  • 1 Knoblauchzehe
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • 1 Prise Zucker
  • etwas Oregano
  • Olivenöl extra vergine
  • Mozzarella di Bufala
  • Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
  • ein paar Basilikumblättchen


Die Schalotte und die Knoblauchzehe fein hacken und in Olivenöl anschwitzen. Die Polpa di Pomodoro hinzufügen und mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Mit wenig Oregano würzen, und den Sugo mindestens 30-45 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen.
In jede Mulde der Pizzette etwas von dem noch warmen Sugo geben. Nach Belieben entweder mit Stückchen von Mozzarella belegen oder mit geriebenem Parmesan bestreuen.
Auf jede Pizzetta ein Basilikumblatt geben.




Rezeptquelle: Für das Verhältnis von Mehl und Flüssigkeit und was die kleine Geschichte um die Herkunft der Pizzette betrifft, habe ich mal bei GialloZafferano gespickt.

An dieser Stelle noch eine kleine Anmerkung: Diese Pizzette hatte ich schon öfters in Neapel gegessen; sie werden dort oft im Brotkörbchen gereicht. Da mir meine Pizza nie so gelingen will, wie ich sie mir vorstelle, kam mir schon gestern Abend die Idee, diese frittierten Pizzette für den Blogevent herzustellen - nachdem mir sie immer wieder mal im Kopf herumgeschwirrt waren. Dafür habe ich ein paar italienische Rezepte im Internet studiert und heute morgen noch Zutaten besorgt. Bei italienischen Rezepten suche ich in der Regel bei original italienischen Quellen. 
Tagsüber war ich dann beschäftigt. Nach der Zubereitung, dem Fotografieren und der Fertigstellung des Textes habe ich dann nochmal nach dem Blogevent geschaut - und auch ein erstes Rezept von Pimpimella gefunden: eine sehr verlockende Kartoffelpizza! Für den Pizzateig war ein Link angegeben - und da hatte Pimpimella ebenfalls schon einmal diese kleinen Pizzette zubereitet.
Mir erscheint es an dieser Stelle fair, auf ihr schönes Rezept hinzuweisen! Ihre Pizzette sehen wunderbar aus und zeigen, wie phantasievoll man sie belegen kann.



Gourmettipps

Pizzeria Baffetto
Via del Governo Vecchio, 114
Roma
Tel.: 06 6861617
Homepage

Pizzeria und Ristorante Gusto
Piazza Augusto Imperatore, 9
Roma
06 3226273
Homepage

Forno
Am Campo de' fiori
Roma
Homepage


Pizzeria Sette Soldi
Vico Tre Re A Toledo, 6
Neapel
081 418727
Plan
(Unser letzter Besuch dort liegt schon ein wenig zurück. Wie sich diese Pizzeria entwickelt hat, kann ich nicht sagen.)



Kochrezepte Basar -teilen,inspirieren,stöbern,entdecken- immer Freitag bis Sonntag - tobias kocht!


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Donnerstag, 9. Februar 2012

Pasta - mein Grundrezept



Ab und an packt sie mich, die Pastalust, und dann muß ich einfach selbst ran ans Rühren, Kneten, Walken. Zwar gibt es gerade in Italien Pasta in hervorragender Qualität zu kaufen, doch nichts geht über einen Teller dampfender Pasta, deren Teig man liebevoll selbst in den Händen gehalten hat.
"Nudelglück" - macht Pasta essen glücklich, so lautete unlängst die Frage im Forum der Internetseite von "Essen und Trinken". Die Antworten zeugten von einem fast einstimmigen Ja!
Aber nicht nur Pasta essen macht glücklich - nein, auch Pasta machen!
Nur wenige Zutaten braucht es für die Herstellung von frischer "Pasta all'uovo" - den Eiernudeln, Basis für Tagliatelle, Pappardelle, Lasagne, Maltagliati oder aller Art von gefüllter Pasta. Dafür aber ein wenig Geduld und viel Fingerspitzengefühl.

Für meinen Grundteig (für 2 Personen) nehme ich:

  • 150 g Mehl 00  (vergleichbar dem deutschen Mehl 405)*
  • 50 g gemahlenen Hartzweizengrieß (Semola di grano duro rimacinata)
  • 2 Eier
  • ein wenig Salz
  • ein paar Tropfen Olivenöl (fakultativ)
  • eventuell etwas Wasser oder noch etwas Hartweizengrieß

Das gesiebte Mehl mische ich mit dem Hartweizengrieß. Letzterer ist nicht unbedingt für einen frischen Pastateig notwendig, macht ihn aber etwas "griffiger". Ich füge noch etwas Salz hinzu.
Diese Mischung gebe ich auf meine Arbeitsfläche und drücke eine Mulde hinein, in die ich die Eier und auch ein wenig !! Olivenöl gebe.



Ganz vorsichtig verrühre ich nun die Eier mit einer Gabel, wobei ich den Kreis immer weiter ziehe und so langsam das Mehl einarbeite.

 

Jetzt kommt der Teil, bei dem man sich nach starken Männerhänden sehnt - der Pastateig muß geknetet werden, und das einige Minuten lang, bis man einen schönen glatten Teig in den Händen hält. Bleibt der Teig zu krümelig, kann man noch einige Tröpfchen Wasser hinzufügen, ist er zu feucht - was zum Teil von der Größe der Eier abhängig ist, aber auch von anderen Faktoren wie Luftfeuchtigkeit -, noch etwas Mehl oder Hartweizengrieß zugeben. Pastamachen ist auch "Gefühlssache"; sich nur exakt an Mengenangaben zu halten, finde ich gerade bei der Pastaproduktion nicht angebracht.
Nach dem Kneten sollte der Teig eine seidig-glatte, elastische und nicht mehr klebrige Oberfläche haben. Leider kommt das auf dem untenstehenden Bild nicht so gut zur Geltung.



Nach dem Kneten wickele ich den Teig in etwas Klarsichtfolie, und ab geht es an einen kühlen Ort, im Sommer auch in den Kühlschrank, wo er dann für eine halbe, besser noch eine ganze Stunde ruhen sollte.
Nach dieser Ruhezeit kommt meine Pastamaschine zum Eisatz. Portionsweise wird der Teig nun ausgerollt, immer wieder zusammengeklappt - wenn er klebt, mit  ein wenig Grieß bestäuben -, während man die Stufen der Maschine immer enger stellt, bis man schließlich auf der letzten Stufe - bei mir die Stufe 7 - landet. Durch diese sollte der Teig zweimal durchlaufen. Der Pastateig wird auf der letzten Stufe sehr dünn ausgerollt und verlangt nun eine behutsame Behandlung. Hierzu ein weiterer kleiner Tipp: Mit der linken Hand kurbeln, und mit der rechten Hand unter die Maschine und unter die zarte Teigplatte greifen -  mit dem Handrücken nach oben. Vorsichtig den Teig nun hervorziehen.


Jetzt müssen die Teigplatten nur noch zurechtgeschnitten werden, entweder von Hand oder mit Hilfe der Aufsätze der Maschine.



Für Farfalle den Pastateig in ca. 5 cm lange und 2,5 cm breite Streifen schneiden. Besonders hübsch sehen die Farfalle aus, wenn man dazu ein Teigrädchen verwendet.





Wasser aufstellen, wenn es kocht, Salz hinzufügen und die Pasta in den Topf geben.



 
Die Kochzeit beträgt zwei bis höchstens drei Minuten,  abgießen  - und genießen!

Für Ravioli und Co. wie folgt vorgehen:

Die ausgerollten Pastabahnen mit der gut bemehlten Seite auf eine sogenannte "Raviolamp" legen, mit Hilfe des Spritzbeutels (oder eines kleines Löffels) die Füllung in den Vertiefungen verteilen, eine zweite Pastaplatte mit Eiweiß bestreichen und auf die Platte mir der Füllung legen. Gut andrücken und mit dem Nudelholz darüberrollen, Raviolamp umdrehen und die Pasta auf die Arbeitsplatte stürzen. Die Ravioli mit Hilfe eines Teigrädchens trennen.
Ravioli in Salzwasser zirka 3 Minuten kochen, dann mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser heben.

Verschiedene gefüllte Pasta

Tortelli 



Tipps, Tricks und Wissenswertes rund um die Pasta und ihre Produktion


  • Zum Ausrollen eine Pastamaschine oder doch lieber das Nudelholz - il matterello? Puristen schwören auf die klassische Methode mit dem Matterello. Die Oberfläche bleibt leicht aufgeraut und nimmt somit besser den Sugo auf. Auch das "Mundgefühl" ist bei dieser mit dem Nudelholz ausgewälzten Pasta angenehmer für die Pastaliebhaber. Vergleichbar ist das mit der industriell hergestellten Pasta "trafilato al bronzo", Pasta, die durch Bronzeformen gepresst wurde. Auch sie haben eine leicht aufgeraute Oberfläche.
  • Bei der heimischen Pastaproduktion ist zu trockene Luft hinderlich. Was machten da früher italienische Hausfrauen? Sie stellten einen Topf mit Wasser auf den Herd. Alles Türen und Fenster blieben geschlossen. So entstand ein perfektes Mikroklima für die Pasta.
  • Pastateig lässt sich gut schon am Vortag zubereiten. Kenner behaupten, sie wird durch die lange Ruhezeit noch besser. Dafür den Pastateig zu einer Kugel formen, in ein sauberes Küchenhandtuch wickeln und alles in einen hermetisch abschließbaren Behälter geben. Im Kühlschrank aufbewahren.
  • Bei der Zugabe von Olivenöl gehen die Expertenmeinungen auseinander. Ich hatte das Glück, zweimal mit den Köchen von Barilla kochen und auch Pasta herstellen zu dürfen. Sie verzichten bei der Herstellung von Pastateig sowohl auf die Zugabe von Salz als auch von Olivenöl. Das Öl könne dazu führen, dass der Teig beim Ausrollen wieder zusammenschnurrt, so die Pastaexperten - nun, das habe ich noch nicht feststellen können, allerdings füge ich auch nur wenig Olivenöl hinzu.
  • Das wir gerade beim Thema Öl sind: Immer wieder taucht die Frage auf, ob man Öl ins Kochwasser geben sollte. Öl hat im Kochwasser nichts zu suchen, denn es würde die Oberfläche der Pasta mehr oder weniger versiegeln. Genau das wollen wir ja nicht - siehe aufgeraute Oberfläche. Die Pasta soll ja den Sugo möglichst gut aufnehmen. Wenn die Pasta mit einem Ölfilm überzogen ist, erhält sie dadurch eine Art Schutzhülle. Die Oberfläche der Pasta sollte frei von Öl bleiben. Bei der Ravioli-Herstellung in einer Raviolamp sollte man deswegen gegen das Ankleben des Teigs auch lieber etwas Semola anstelle von Öl verwenden. 
  • In Italien wird Pasta vor dem Servieren grundsätzlich in der Pfanne, in der der Sugo zubereitet wurde, vermischt.  Damit die Pasta schön al dente bleibt, sollte man bei Nudeln aus der Packung darauf achten, diese ein bis zwei Minuten vor der auf der Schachtel angegebenen Kochzeit abzugießen. Danach  darf sie im Sugo zu Ende garen, bleibt dabei bissfest und nimmt wunderbar alle Aromen auf.
  • Noch ein Trick, um Pasta auf den Punkt genau al dente zu kochen: Die Kochvorgang noch im Topf unterbrechen, in dem man ein Glas kaltes Wasser in den Topf schüttet.



* Zu den italienischen Mehlsorten tauchen immer mal wieder Fragen auf. Mehltyp 00 ist ein "Allzweckmehl", das ich auch zum Kuchen- und Plätzchenbacken verwende. Es ist vergleichbar mit dem deutschen Mehltyp 405. Den italienischen Mehltyp 0 hingegegen verwendet man bevorzugt für Pizza-, Focaccia- und Brotteig.

Ecco - la pasta fatta in casa!


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane
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